TSV 1860 München Gabor Kiraly: Fliegt die Schlabberhose zur WM?

Als Torwart-Oldie noch zur WM? Löwen-Keeper Gabor Kiraly. Foto: sampics

Löwen-Torhüter Gabor Kiraly ist mittlerweile 37 – und hat noch Großes vor: Der Ungar will 2014 mit der Nationalmannschaft nach Brasilien. Es ist seine letzte Chance auf sein erstes großes Turnier.

 

München - Wenn Gabor Kiraly mit seiner Familie in den Urlaub fährt, geht es am liebsten in die ungarische Heimat an den Plattensee. „Da sind wir dann in unserer Heimat, am Wasser und in der Natur – herrlich“, sagt der 37-Jährige. Geht es nach Kiraly, muss es im kommenden Sommer aber nicht unbedingt der Plattensee sein. Zumindest nicht sofort.

Denn für den Spätherbst seiner Karriere als Fußballer plant der Torhüter des TSV 1860 eine Reise über den großen Teich. Genauer gesagt, über den Atlantik. Rüber nach Brasilien. Hin zur Weltmeisterschaft. Es wäre der Höhepunkt der langen, bewegten Laufbahn von Kiraly. 89-mal stand der Schlussmann mit der grauen Schlabberhose bisher für sein Heimatland im Tor, hat im englischen und deutschen Fußball mittlerweile fast 600 Spiele absolviert – nur bei einem großen Turnier war Kiraly noch nicht dabei.

Das soll sich ändern. Klar ist, es wird wohl die letzte Chance für den Löwen-Oldie, der noch immer zu den besten Torhütern der zweiten Bundesliga gehört. Doch noch nie war die Chance in seiner Karriere so groß wie jetzt. Mit dem ungarischen Nationalteam rangiert er in der WM-Qualifikationsgruppe D auf dem zweiten Platz hinter den Niederlanden. Die sind vier Spieltage vor Schluss zwar bereits auf sieben Punkte enteilt und damit so gut wie sicher am Zuckerhut dabei. Doch als Zweiter würde Ungarn im November an zwei Playoff-Spielen teilnehmen, bei denen sich dann der große Traum der Schlabberhose erfüllen könnte.

Wie die Aussichten sind, dass Ungarn Zweiter bleibt? Nicht schlecht. Zumal sich schon am Freitag das vorentscheidende Spiel anbahnt, wenn Ungarn in Rumänien antritt. Die Rumänen haben zehn Punkte auf dem Konto und sind Dritter. Ungarn hat elf Zähler. Eine enge Kiste also. Für Kiraly selbst ging es direkt nach dem Sandhausen-Spiel gestern Abend nach Budapest. Schon ein Unentschieden würde zunächst Platz zwei sichern.

Am Dienstag darauf geht es in Ungarn gegen Estland, ehe im Oktober die finalen Spiele anstehen. Darunter eine Partie bei den dann wohl schon qualifizierten Holländern. Kein einfacher Weg also nach Brasilien, zumal Gabor Kiraly dort nur als Ersatz-Schlussmann hinreisen dürfte. An Adam Bogdan von den Bolton Wanderers ist derzeit kein Vorbeikommen.

Dennoch: Eine WM zum Abschluss der Karriere ließe sich für den Mann, der das Wasser liebt, auch von der Bank aus gut ertragen. Zumal er sich längst auf die Zeit danach vorbereitet. In Ungarn gibt es eine Gabor-Kiraly-Torwartschule. Außerdem: „Ich habe 2003 in Ungarn ein Sportzentrum aufgebaut mit fünf Fußballplätzen, Restaurant, Kabinen, Tennisplatz, Basketballplatz. Und 2006 einen Verein gegründet, beides ist nach mir benannt.“

Und dann ist da ja noch der Plattensee, seine Frau und seine beiden Kinder. Mit ihnen verbringt er in München gerne Zeit an der Isar. Der gelernte Gärtner hat dort seine Ruhe-Oase. Abseits vom Trubel bei den Löwen, mit denen er unbedingt in die erste Bundesliga aufsteigen will. Das ist noch so ein Traum von Gabor Kiraly. Dem Mann mit der grauen Schlabberhose.
 

 

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