TSV 1860 „Mit 1860 aufsteigen – in der nächsten Saison“

Florin Lovin will diese Saison wieder angreifen beim TSV 1860. Foto: sampics/Augenklick

Fürs Gastspiel in Lautern reicht es noch nicht, doch Florin Lovin steht nach einem halben Jahr Pause vor seinem Comeback. Der Rumäne spricht über Ängste, Ziele – und träumt von Arsenal London.

 

AZ:Herr Lovin, Sie trainieren wieder mit der Mannschaft. Sind Sie, sechs Monate nach Ihrem Kreuzbandriss, bereit fürs Gastspiel der Löwen bei Spitzenreiter Kaiserslautern am Montag?

FLORIN LOVIN: Das wird wohl nicht möglich sein, ich bin körperlich noch nicht ganz auf dem Level wie vor meiner Verletzung. Das größere Problem ist allerdings eine mentale Sache: Man hat nach einer so langen Pause doch noch etwas Angst vor den Zweikämpfen, da muss ich mich noch verbessern. Aber in einigen Tagen sollte auch das wieder passen.

Weil Sie dann nicht mehr so oft an die Szene vom 12. September 2009 bei Greuther Fürth denken, als Sie sich so schwer verletzt haben?

Das war einfach nur eine sehr blöde Situation. Ich habe einen dummen Pass gespielt, wir sind in einen Konter gelaufen, und ich habe versucht, einen Schuss abzublocken. Da war es schon passiert – Kreuz- und Innenband rissen.

Ein halbes Jahr Pause. Wie hart war der Weg zurück?

Die schwierigste Zeit waren die zwei Wochen nach der Operation im Krankenhaus. Da hatte ich höllische Schmerzen, konnte nicht schlafen und war weit weg von der Familie. Aber ich habe das akzeptiert und mich damit abgefunden. Es bringt doch nichts, sich immer nur zu fragen: Warum ich?

Die Löwen befinden sich als Tabellensiebter mit elf Punkten Rückstand auf Relegationsrang drei quasi im Niemandsland der Zweiten Liga. Welche Ziele kann man sich da noch setzen?

Ich möchte unbedingt in den nächsten Spielen zurückkommen und mich nicht schon wieder verletzen. Im Sommer will ich dann eine gute Grundlage in der Vorbereitung auf die neue Saison legen, damit wir nächstes Jahr unser Ziel erreichen können.

Sie haben einen Vertrag bis 2012.

... und ich will mit den Löwen in die Bundesliga! Das ist mein Ziel für die nächste Saison. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen und uns zu viel Druck auferlegen. Sonst klappt es nicht.

Mit Steaua Bukarest haben Sie in der Champions League gespielt, sind zweimal Meister in Rumänien geworden. Da hat man doch eigentlich andere Ziele, als in Deutschland im Mittelfeld der Zweiten Liga zu kicken, oder?

Klar, das stimmt. Aber ich wollte diese Herausforderung annehmen und mit dem TSV 1860 aufsteigen. Und ich bin noch immer überzeugt, dass wir das schaffen können in der nächsten Saison.

Für welchen Klub – außer für die Löwen – würden Sie denn gerne spielen?

Wenn ich träumen darf: Arsenal London. Das ist ein Super-Verein, der besonders auf junge Spieler setzt. Mir gefällt die Linie von Trainer Arsène Wenger. Die englische Premier League ist generell meine Lieblingsliga.

Vor kurzem wurde das Konzept für ein neues Grünwalder Stadion von der Stadt München abgelehnt. Der TSV 1860 wird also weiterhin in der Allianz Arena spielen.

Das habe ich noch gar nicht mitbekommen. Ich habe mich damit nicht beschäftigt, denn ich finde, dass wir Spieler unseren Job machen sollen und die Präsidenten und Manager ihren. Mein Job ist nun mal das Fußballspielen, egal in welchem Stadion.

Aber finden Sie die Fröttmaninger Arena wirklich geeignet für Zweitligaspiele? Oftmals sind bei den Heimspielen viele Ränge leer.

Es ist doch eines der besten Stadien überhaupt. Mich begeistert die Allianz Arena. Vielleicht wäre ein Stadion mit 30000 oder 40000 Plätzen für die Stimmung besser. Wenn wir aber gut spielen, sorgen unsere großartigen Fans auch in der Arena für tolle Stimmung.

Interview: Matthias Berger

 

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