TSV 1860 Maget bestätigt Machtwechsel bei den Löwen

Begehrte Meisterlöwen, hier beim Jubiläumsspiel im vergangenen Sommer im Grünwalder Stadion (von links): Fredi Heiß, Manfred Wagner, Otto Luttrop, Ludwig Bründl, Noch-Präsident Reiner Beeck, Zeljko Perusic, Bernd Patzke und Timo Konietzka. Foto: AZ

MÜNCHEN - Maget freut sich auf den neuen 1860- Präsidenten Dieter Schneider. „Er hat mit viel Sachverstand und hohem zeitlichen Einsatz unglaublich viel für den Verein getan“, sagte der SPD-Politiker.

 

Der TSV 1860 München kommt nicht zur Ruhe. Diefinanzielle Pleite ist gerade erst abgewendet worden, da geht derPräsident von Bord. Aus „privaten und beruflichen Gründen“ habeVereinsführer Rainer Beeck seinen Rücktritt angekündigt, sagteVize-Präsident Franz Maget. Der Nachfolger steht mit Vize-PräsidentDieter Schneider bereits fest. Der Aufsichtsrat wird auf seinerSitzung am kommenden Montag vor dem Zweitliga-Heimspiel der „Löwen“gegen Fortuna Düsseldorf den 63-jährigen Unternehmer zum fünftenPräsidenten nach der Ära Karl-Heinz Wildmoster bestellen.

Beeck (48) war erst im vergangenen November von den Delegiertenmit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt worden. ZusätzlicheAufgaben in seinem Beruf als Prokurist am Münchner Flughafen undprivate Sorgen lassen eine Fortführung des Ehrenamts bei denSechzigern nicht mehr zu. Beeck stand seit Mai 2008 an derVereinsspitze.

Mit Beecks Rücktritt geht die Serie der Personalwechsel beimTraditonsclub weiter. Im vergangenen Sommer war GeschäftsführerManfred Stoffers zurückgetreten, sein Nachfolger Robert Niemann warfnach nur 106 Tagen Amtszeit das Handtuch. Er wurde von RobertSchäfer, zuvor Projektleiter beim „Löwen“-Vermarkter IMG abgelöst.

Maget freut sich auf den neuen Präsidenten. „Er hatmit viel Sachverstand und hohem zeitlichen Einsatz unglaublich vielfür den Verein getan“, sagte der SPD-Politiker über seinenNoch-Vize-Kollegen. Doch mit dem neuen Mann an der Spitze, der denClub im vergangenen Herbst vor der Insolvenz rettete, ist der TSV1860 finanziell noch lange nicht aus dem Schneider.

Angeblich steht der Club mit acht Millionen Euro in der Kreide. ImMärz steht das Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball-Liga(DFL) für die neue Saison an. Die laufende Saison konnte gerettetwerden, nachdem Mitte Januar im Nachlizenzierungsverfahren dieLiquidität von 5,3 Millionen Euro nachgewiesen werden konnte.Schneider hatte schon auf der Delegiertenversammlung im Novemberangesichts der „furchtbaren Bilanz“ gewarnt: „Die Sanierung ist eineDrecksarbeit und wird mindestens drei Jahre dauern“.

Mit Gehaltskürzungen bei Spielern und Angestellten hat man bereitsangefangen, mit dem Verkauf des ausgemusterten Abwehrspielers MathieuBeda am Montag zum FC Zürich kommt aus dem Transfermarkt weiteresGeld aufs Konto. Der Sparkurs bei den „Löwen“ trifft aber nicht beiallen auf Zustimmung. Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth hat einevorzeitige Vertragsverlängerung zu reduzierten Bezügenabgelehnt.

„So, wie das Angebot jetzt ist, kommt es nicht infrage“,erklärte der zehnfache Saisontorschütze. Er habe angesichts derfinanziellen Probleme des Vereins bereits eine Gehaltskürzunghingenommen. „Ich habe bis zum Sommer auf zehn Prozent verzichtet,das war für mich eine Selbstverständlichkeit. Alles andere ist nichtvertretbar“, sagte Lauth. Der 29-Jährige wird unter anderem vomZweitliga-Aufstiegskandidaten FC Augsburg umworben.

dpa

 

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