TSV 1860 Löwen, wann wird eingekauft?

Tauziehen bis zum Schluss? Ludivoc Obraniak, Kandidat beim TSV 1860. Foto: firo/Augenklick

Löwen-Trainer Fröhling rechnet weiterhin mit zwei noch zu findenden Neuzugängen. Wird einer Obraniak, Gouaida oder Mugosa heißen?  Durch den Pokalerfolg sind die Chancen gestiegen, glauben Miller und Wettberg.

 

München - 31. August, 12 Uhr – bis dahin ist das Transferfenster noch offen. 18 Tage haben die Löwen also noch Zeit. Wenn sie bis dahin auf dem Spieler-Markt nicht fündig geworden sind, wird’s nix mehr werden mit den geforderten Verstärkungen.

Der 2:0-Sieg im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim hat den Sechzigern immerhin Selbstvertrauen beschert. Und die Überzeugung, dass auch die aktuelle Besetzung zu (halbwegs) ruhmreichen Taten in der Lage ist. „Das war einwandfrei“, sagte Ex-Löwe Thomas Miller zur AZ, warnt aber: „Der Spielerkader ist dünn. Man darf sich nicht blenden lassen, braucht nach wie vor Verstärkungen.“ Immerhin, so Miller: „Vielleicht wird der Verein durch solch positive Schlagzeilen ja für den ein oder anderen Spieler interessanter.“

Darüber hinaus, wie Kult-Trainer Karsten Wettberg weiß, „könnte man die Prämie gleich in neue Spieler investieren.“ 268 000 Euro erhalten die Löwen für den Einzug in die zweite Runde aus der zentralen Vermarktung des DFB-Pokals. Eine Finanzspritze, mit der man angesichts des höherklassigen Gegners kaum geplant haben dürfte. Trainer Torsten Fröhling dazu schmunzelnd: „Richtig Geld gibt’s erst in der dritten oder vierten Runde. Es sollte aber auch so noch etwas übrig sein, wenn wir jetzt noch Spieler holen wollen.“ Kein Millionenbetrag also, aber für das Jahresgehalt eines guten Zweitliga-Kickers würd’s reichen. Wann wird also endlich eingekauft?

„Ich kann nicht ausschließen, dass bis Montag noch jemand dabei ist. Ich weiß es aber nicht, habe heute noch nicht mit Necat Aygün gesprochen“, sagt Fröhling zum leidigen Dauer-Thema. „Mit dieser Mannschaft und den gezielten Verstärkungen, die wir wollten, werden wir unsere 40 Punkte erreichen.“ Nach Fröhlings Rechnung fehlen ein offensiver Mittelfeldspieler und ein Stürmer. Die AZ zeigt, wie die Lage bei drei möglichen Kandidaten ist:

Ludovic Obraniak: Der 30-jährige Mittelfeldspieler aus Bremen ist bei den Werderanern weiter aussortiert und soll wechseln. Der Pole mit französischen Wurzeln hält sich bei der U23 des Bundesligisten fit. Dass die Löwen ihr Interesse hinterlegt haben, ist hinlänglich bekannt und durch Werder-Manager Thomas Eichin bestätigt worden. Eine Vollzugsmeldung gibt es deshalb nicht, weil Obraniak Angebote aus Deutschland, Belgien, der Schweiz und Saudi-Arabien vorliegen hat. Wie die AZ erfuhr, seien die Löwen weiterhin interessiert, rechnen aber damit, dass Obraniak bis zum Schluss pokert. Ex-Sportchef Gerhard Poschner sei übrigens nicht mehr aktiv seinem Job nachgegangen, habe lediglich im Rahmen einer Übergabe an Nachfolger Necat Aygün seine Finger im Spiel gehabt.

Mohamed Gouaida: Der Linksaußen ist beim HSV nicht glücklich, er hätte gerne mehr Spielzeit. Die Löwen würden sie dem 22-jährigen Tunesier gerne verschaffen: Erste Gespräche unter Poschner führten nicht zum erwünschten Vollzug, daher habe sich der Wechsel eigentlich schon zerschlagen. Wie die „Bild“ am Wochenende berichtete, wurden die Verhandlungen durch die Löwen – also Aygün – aber wieder aufgenommen. Auch bei Gouaida haben die Löwen zahlreiche Konkurrenten: Mehrere Zweitligisten wollen den Flügelflitzer ausleihen, ein Erstligist will ihn fest verpflichten.

Stefan Mugosa: Bei Lautern Reservist, soll der Mittelstürmer bei den Löwen Tore schießen: Der Montenegriner stand beim Pokal-Krimi der Roten Teufel gegen Hansa Rostock (5:4 im Elfmeterschießen) schon gar nicht mehr im Kader. Weil Lautern nach der Verpflichtung von Kacper Przybylko auf Mugosas Position auch noch Antonio Colak aus Hoffenheim ausgeliehen hat, dürfte der Klub jetzt bereit sein, den 23-Jährigen ziehen zu lassen. Die Chance für Sechzig?

 

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