TSV 1860 Löwen-Sportchef Poschner: Packt er den Job?

Dieses Quartett soll’s richten: Gerhard Poschner (2.v.l.) mit Präsident Gerhard Mayrhofer, Geschäftsführer Markus Rejek und Investoren-Berater Noor Basha Foto: rauchensteiner/augenklick

Der TSV 1860 München stellt seinen neuen Sportchef vor – und der hat gleich einen Berg von Aufgaben vor sich: Trainersuche, Jugendkonzept, neue Spieler finden. Er sagt: „Ich bin gut im Verhandeln.“

 

München -  Der erste Tag von Sportchef Gerhard Poschner und gleich ein pompöser Rahmen: Präsentiert wurde der neue Geschäftsführer Sport des TSV 1860 im Lenbach-Palais mit seinem altehrwürdigen Saal im Renaissance-Stil. Poschner, der 2004 vier Spiele für die Löwen gemacht hat und es auf 290 Erstliga-Einsätze bringt (Stuttgart, Dortmund), erschien am Freitag in Begleitung einer ganzen Delegation.

Angeführt von Präsident Gerhard Mayrhofer, den Vize-Präsidenten Erik Altmann, Peter Helfer und Heinz Schmidt sowie Investoren-Vertreter Noor Basha. Poschner, der seinen Platz bei den Spielen eher auf der Bank als auf der Tribüne sieht (Prüf-Termin: Montag in Dresden), muss es richten. Die AZ zeigt, auf was es dem 44-Jährigen ankommt und wo er schnell handeln muss.

Trainersuche: Thomas Schneider gilt als einer der Favoriten, wenn es darum geht, wer neuer Trainer bei den Löwen wird. Auf Namen wollte Poschner am Freitag nicht eingehen. Das Profil des Trainers umriss er knapp: „Er muss kommunikativ sein, ein guter Typ und offensiven Fußball spielen lassen.“

Investor: Einen Tag bevor Gerhard Poschner am Freitag in München vorgestellt wurde, war er noch bei Löwen-Investor Hasan Ismaik in Abu Dhabi. Und konnte den Geldgeber der Löwen überzeugen: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, haben uns lange zusammengesetzt, es ging nicht nur um Fußball, sondern um Gott und die Welt. Mir war es einfach wichtig, die Menschen kennenzulernen, ihnen in die Augen zu schauen.“ Poschner hat überzeugt. „Sonst wäre ich nicht hier.“

Jugendkonzept: Schon lange wollen die Löwen wieder dahin kommen, mehr Jugendspieler in den Profibereich einzubinden. Auch das wird Poschners Aufgabe sein. „Natürlich ist es unser Ziel, dass wir wieder eine blutjunge Mannschaft auf dem Platz stehen haben. Am besten mit Spielern aus der eigenen Jugend.“ Poschner will dabei mitwirken, sich am Wochenende ein Bild von diversen Jugendteams machen.

Kader austauschen: Wollen die Löwen konkurrenzfähig sein, muss der Kader im Sommer stark verändert werden. Ob Lauth und Bierofka gehalten werden? „Das kann ich aktuell nicht beurteilen. Aber: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft“, sagt er. Ob Osako gehalten werden kann? Poschner blieb vage, will sich erst ein Bild machen. Dass fast der ganze Kader noch Verträge hat, macht ein Neuaufbau der Mannschaft nicht leichter.

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Neue Spieler: Weil Yuya Osako kaum zu halten sein dürfte und das Team dringend verstärkt werden muss, ist er auch hier sofort gefordert. Sein Vorteil: die vielen internationalen Kontakte: „Ich habe in der Vergangenheit an vielen großen Transfers mitgewirkt und bin gut im Verhandeln.“ Das muss er jetzt beweisen.

Packt Poschner das? Und wie lange hat er Zeit dafür? Seltsam: Über die Vertragslaufzeit schwieg sich der TSV 1860 gestern noch aus.

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