TSV 1860 Lauth: „Krise? Ich habe keine Krise!“

Benny Lauth hat allen Grund zur Freude: Privat läuft es bestens für den Löwenstürmer. Foto: sampics/AK

In diesem Interview wehrt sich Löwen-Star Benny Lauth gegen den Vorwurf, er könne sich nicht quälen. Und am Ende vergleicht er sich mit Zwetschge Misimovic: „Der wird auch für alles verantwortlich gemacht.“

 

AZ: Der TSV 1860 ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Laut DFB soll es Hinweise geben, dass die Zweitliga-Partie gegen Ahlen (0:1) möglicherweise manipuliert gewesen sein soll. Herr Lauth, ist das vorstellbar für Sie?

BENNY LAUTH: Es gibt bis jetzt keinerlei Ansatzpunkte – deswegen halte ich die Veröffentlichung seitens des DFB für schwach. Es kann nicht sein, dass der TSV 1860 beschuldigt wird, ohne dass man Fakten mitteilt. Es wird hier der Name von 1860 durch den Schmutz gezogen. Es hätte nur noch gefehlt, dass Spielernamen genannt werden. Aber viele lesen nur die Überschrift – und sagen sich: Klar, typisch: Die Löwen wieder. Ich muss ganz klar sagen: Der DFB macht zur Zeit nicht alles richtig.

Sie waren schon einmal in einen Wettskandal involviert: Mit dem HSV flogen Sie 2005 im DFB-Pokal in Paderborn raus – weil Schiedsrichter Robert Hoyzer wahnwitzige Entscheidungen getroffen hatte...

(lacht): Und damals wurden wir ausgelacht, als wir bemerkt hatten, dass das schon alles komisch abgelaufen sei. Drei Monaten später hatte sich das Blatt gewendet – und alle waren plötzlich ganz kleinlaut. Trotzdem waren wir aus dem Pokal draußen.

Sie selbst durchleben beim TSV 1860 triste Zeiten: Bislang stehen Sie bei erst fünf Saisontreffern – für einen Spieler wie Lauth viel zu wenig. Haben Sie eine Krise?

Krise? Nein, ich habe keine Krise! Ich habe bislang nur fünf Tore geschossen. Das ist zu wenig, nicht die Preisklasse, die ich mir selbst vorstelle. Natürlich bin ich mit dieser Ausbeute nicht zufrieden – das ist selbstverständlich. Aber wer schaut schon beim Stürmer darauf, ob er sich gut bewegt.

Selbst diese Eigenschaft wurde Ihnen beim peinlichen 1:3 in Paderborn aberkannt. Lienen wütete: „Es kann nicht sein, dass Spieler 60 Minuten eine weiße Hose haben. Für alle anderen ist das ein Schlag ins Gesicht.“ Fühlen Sie sich angesprochen?

Ich lasse mir nicht vorwerfen, dass ich nichts tue – das wäre unfair. Jeder weiß, wo ich meine Stärken habe. Ich brauche die Bälle in die Gasse, um meine Schnelligkeit auszuspielen. Mal zum Vergleich: Wenn ein großer Stürmer keine Flanken bekommt, wird er auch keine Tore machen.

Trotzdem: Der Vorwurf bleibt, dass Sie sich nicht richtig quälen können.

Dass ich in diesem Bereich mich weiterentwickelt habe, habe ich bewiesen. Aber ich werde nie ein Spieler werden, der über den Platz schwebt und alles weggrätscht. Ich gehöre zum Spielertypus, der immer angreifbar ist, wenn es nicht läuft– das beste Beispiel ist doch der Zwetschge Misimovic. Dem geht’s doch in Wolfsburg ähnlich. Der wird auch für alles verantwortlich gemacht.

Möglicherweise wird Lienen die Sieger-Elf von St. Pauli, in der Sie verletzt fehlten, in Duisburg am kommenden Montag nicht ändern – was im Umkehrschluss heißen würde: Der Kapitän säße nur auf der Bank.

Das Spiel gegen St. Pauli war gut, aber ich weiß, was ich kann. Wenn ich fit bin, gehe ich davon aus, dass ich spiele.

Interview: Oliver Griss

 

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