TSV 1860 Ismaik: "Verein vor dieser Bande schützen"

Hasan Ismaik traf sich bei seinem Kurzbesuch nicht nur mit einer kleinen Fangruppe, der Löwen-Investor gab auch ein exklusives TV-Interview - mit gewohnt klaren Worten.

München - Er nahm sich lange Zeit. Hasan Ismaik saß bei seinem Geheimtreffen mit den 40 auserwählten Löwen-Fans gute zweieinhalb Stunden zusammen und diskutierte mit ihnen. Doch damit nicht genug. Der launige Jordanier nahm sich auch noch die Zeit, dem Lokalsender München.TV ein exklusives Interview zu geben. Darin sprach der Investor des TSV 1860 über...

 

...sein Investment und das seiner Meinung nach zu geringe Mitspracherecht beim TSV 1860: „Wenn ich einen guten Partner gehabt hätte, würde ich es sicherlich wieder machen. Aber ich habe hier keinen guten Partner. Ich appelliere an die DFL zu überdenken, ob es richtig ist, so viel Geld zu investieren und nur so wenig Mitspracherecht im Verein zu haben.“

...über seinen Einstieg bei den Löwen: „Man hat mir nicht gesagt, dass die Situation so kompliziert sein würde und das ich keine Angestellten austauschen kann, die ihre Arbeit nicht gut machen.“

...über Geschäftsführer Robert Schäfer: „Herr Schäfer ist nicht der richtige Mann, um Geschäftsführer zu sein. Er arbeitet nicht für den Verein, sondern dreht sich immer mit dem Wind. Schäfer kann nicht unabhängig sein, deshalb habe ich dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, einen Geschäftsführer zu holen, der fünf bis zehn Jahre Erfahrung bei einem erstklassigen Verein hat – es sollen einfach Profis ans Werk. Hier ist ein Beispiel: Sie holen einen Spieler für 500.000 Euro, der laut Internet aber nur einen Marktwert von 100.000 Euro hat. Das freut einen Investor natürlich nicht, wenn so mit seinem Geld umgegangen wird. Schäfer kann alles entscheiden und unterschreiben – ich wollte mir deshalb einen Überblick über seinen Vertrag verschaffen und ihn ein wenig in seiner Entscheidungsgewalt einschränken.“

...über die Vereinsverantwortlichen (Präsidium, Geschäftsführung, Aufsichtsrat): „Das sind nicht die richtigen Leute, sie respektieren mich nicht. Ich habe sie immer respektiert. Sie denken, ich bin eine Geldmaschine, die alles bezahlt und dann wieder nach Hause fährt. Otto Steiner und die anderen Herrschaften vom Aufsichtsrat dachten bei ihrem letzten Besuch bei mir in Abu Dhabi, dass wenn sie alles schön formulieren, ich auch wieder Geld überweisen werde. Das mache ich aber nicht, so lange hier beim TSV 1860 diese Misswirtschaft herrscht.“

...über die Fans: „Die Fans zahlen das Ticket und kommen ins Stadion. Sie sind meine Partner. Die Herrschaften (die Vereinsverantwortlichen; die Red.) zahlen gar nichts – nur ich und die Fans zahlen. Sie fahren nur mit teuren und kostenlosen Autos, um sich die Spiele auch noch kostenlos anzuschauen. Sie genießen ihr Leben als Mitglied des Aufsichtsrats. Der Fan ist der einfache Mann, die anderen lassen es sich gut gehen. Ich bin auch ein einfacher Mensch, ich mag die einfachen Dinge.“

...über die erhoffte Unterstützung der Fans: „Ich bitte euch darum, den Verein vor dieser Bande zu schützen. Sie sind nicht daran interessiert, dass der Verein Erfolg hat. Sie haben den Klub von der 1. in die 2. Bundesliga gestürzt. Sie sind eine Bande. Ich appelliere an die Fans: Ihr müsst euch zusammentun, um diese Bande aus dem Verein zu treiben. Man muss beim TSV 1860 einfach aufräumen.“

 

 

 

 

 

 

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