TSV 1860 Interview mit Dieter Schneider: "Mir geht es bestens"

Löwen-Präsident Dieter Schneider Foto: dpa

Nach seinen Gesundheitsproblemen hat sich 1860-Boss Dieter Schneider etwas zurückgezogen. Warum er trotzdem genug zu tun hat und was er vom Saisonstart der Löwen hält, darüber spricht er hier

 

AZ: Herr Schneider, an der Grünwalder Straße sind Sie dieser Tage nicht anzutreffen. Nutzen Sie die Länderspielpause für einen Kurzurlaub?

DIETER SCHNEIDER: Ich bin mit meiner Frau bis zum Ende der Woche in Spanien, wir reisen kreuz und quer durch das Land. Teilweise aus geschäftlichen Gründen, allerdings nicht für 1860. Ich habe neben dem Verein ja noch andere berufliche Aufgaben. Die Tage sollen aber natürlich auch der Erholung dienen. Viel spazieren gehen, lesen.

Sie hätten ja Sportchef Hinterberger mitnehmen können, der sich derzeit ebenfalls ein paar freie Tage genehmigt.

Um Gottes Willen. Wir verbringen so viel Zeit miteinander, dass er sicherlich froh ist, ein paar Tage mal Ruhe zu haben. (lacht)

Die Löwen stehen während der Länderspielpause mit acht Punkten auf Rang vier. Sind Sie zufrieden, wenn Sie ein kurzes Zwischenfazit ziehen? Die großen Fußballfeste blieben bislang ja aus…

Das ist etwa so, wie wir uns das vorgestellt haben. Es müssen ja sechs Spieler in die Mannschaft herein wachsen, das passiert nicht über Nacht. Dafür läuft es aber schon ganz gut. Wenn man der Mannschaft Ruhe und Zeit gibt, wird man bald wieder Fußballfeste genießen dürfen. Die erste Halbzeit in Kaiserslautern war schon richtig guter Fußball, es ist noch Luft nach oben.

Sie selbst sind ein wenig aus dem Rampenlicht zurückgetreten.

Ich bin in der Presse nicht mehr so präsent. Allerdings heißt das nicht, dass wir im Hintergrund nicht ständig arbeiten. Aber es ist doch gut, wenn über die Tore von Benny Lauth berichtet wird anstatt über mich. Wir sind nun mal ein Fußballverein.

Dennoch dürfte Ihr Leben während der letzten Monate ruhiger geworden sein.

Meine Aufgaben haben sich gar nicht verschoben, der Zeitaufwand ist auch nicht so viel weniger geworden. Somit habe ich auch weiterhin wenig Zeit für meine Familie. Aber daran haben sie sich mittlerweile gewöhnt. Es gibt nur jetzt nicht mehr die Themen, die Tag und Nacht drängen. Jetzt kann man die Dinge in aller Ruhe regeln.

Dieser ständige Zeitdruck ist nun also nicht mehr da. Kommt das Ihrer Gesundheit zugute?

Wissen Sie, mit 65 Jahren hat man immer latente Altschäden. Doch wenn man einen einigermaßen bewussten Lebensstil hat, kann man alles im Griff haben. Insofern kann ich momentan sagen: Mir geht es bestens.

Klingt nach einem rundum zufriedenen Präsidenten.

Wir wurden vor einiger Zeit alle ins kalte Wasser geschmissen. Dafür kann man heute aber sagen: Wir haben uns wacker geschlagen. Ganz zufrieden soll man allerdings nie sein. Wir haben nur ein kleines Stück des Weges hinter uns. Auf uns warten noch unheimlich viele Aufgaben. Das geht im sportlichen Bereich los und geht dahin, betriebswirtschaftliche Entwicklungen besser zu erkennen.

Vielleicht ja mit Hilfe von Investor Hasan Ismaik. Sein letzter Besuch liegt schon fast vier Monate zurück. Wünschen Sie sich, dass er bald mal wieder auftaucht?

Wir freuen uns alle darauf! Er würde mit Sicherheit gerne kommen, doch Herr Ismaik hat viele Verpflichtungen. Er lässt sich durch Hamada Iraki (Ismaiks Statthalter, d. Red.) ja unterrichten, was bei uns geschieht. Dennoch hoffen wir, dass wir bald die Gelegenheit haben, uns persönlich wieder auszutauschen.

 

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