TSV 1860 in Ingolstadt Kommt bei den Löwen alles Gute von außen?

Friedhelm Funkel.. Foto: sampics / Stefan Matzke

Löwen-Trainer Friedhelm Funkel hat plötzlich viel mehr Möglichkeiten im Kader – und wechselt auch deutlich früher aus. Er kündigt weitere Härtefälle an. Und Benny Lauth gesteht: „Ich war sauer und frustriert“.

 

München - Es läuft die 62. Minute in der Allianz Arena. Für Löwen-Trainer Friedhelm Funkel eigentlich noch keine Zeit, um zu wechseln. Zwischen dem TSV 1860 und Fortuna Düsseldorf steht es 0:0. Ein Spielstand, der Funkel nicht aus der Ruhe bringt.

Dieses Mal ist alles anders. Funkel lässt die Trikots von Moritz Stoppelkamp und Benny Lauth hochhalten. Damit die beiden sehen, dass sie eingewechselt werden sollen.

Wenig später ist für Stephan Hain und Andreas Ludwig Feierabend. Stoppelkamp und Lauth betreten den Rasen und erleben wenig später den Premierentreffer von Yuya Osako zum 1:0. Am Ende reicht es zwar nur zu einem 1:1, die Situation steht aber doch beispielhaft für die neuen Möglichkeiten.

Vorbei die Zeiten, in denen der 60-Jährige sein Wechselkontingent nicht ausschöpfen wollte, vorbei die Zeiten, in denen er Bobby Wood und andere für fünf Minuten aufs Feld schickte. Funkel hat jetzt Alternativen. Kurz vor Ende der Partie wechselt er noch Daniel Adlung, bisher immer Stammspieler, ein.

Alles Gute kommt von außen?

Im Winter kamen mit Andreas Ludwig, Markus Steinhöfer und Yuya Osako drei Neuzugänge. Alle spielten gegen Düsseldorf von Beginn an. „Ich habe sie nicht für die Bank geholt“, sagt Funkel. Weil zu den drei Neuen auch noch Daniel Bierofka nach überstandener Verletzung und der talentierte Julian Weigl im Trainingslager in der Türkei auf sich aufmerksam machten, stehen Funkel auch beim Spiel in Ingolstadt (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht angepfiffen) fünf neue Kräfte zur Verfügung.

Wirklich ausgemistet wurde nicht. Rob Friend ging in die USA, Marin Tomasov wurde zu Beginn dieser Woche in die U21 gesteckt. Mehr ist nicht passiert. Funkel und der neue Luxus. Ein Umstand, der die Löwen stärker machen soll, sie zumindest unberechenbarer macht. Fast auf allen Positionen toben die Kämpfe um Stammplätze. Spieler wie Moritz Volz, Daniel Bierofka oder Julian Weigl durften Montag gar nicht ran. Für andere wie Stefan Wannenwetsch, Bobby Wood oder Markus Schwabl bleibt neuerdings nur noch ein Platz auf der Tribüne. Spieler wie Andre Geipl oder Korbinian Vollmann sind komplett raus.

Genau das hat Friedhelm Funkel gemeint, als er neulich davon sprach, dass es lange Gesichter geben werde. Jetzt will der Löwen-Coach eine Reaktion sehen. Von Lauth, Stoppelkamp, Adlung - und wie sie alle heißen.

Bei Lauth und Stoppelkamp scheint die Maßnahme bereits gewirkt zu haben. „Das war bitter. Natürlich war ich da sauer und frustriert“, sagt etwa Benny Lauth. Und Moritz Stoppelkamp? Der wirbelte in den 28 Minuten gegen Düsseldorf wie selten zuvor in dieser Saison, bereitete den Treffer von Osako vor, kümmerte sich um die Standardsituationen und lief an der Seitenlinie vor Friedhelm Funkel auf und ab. Der Trainer genießt es: „Jeder darf sauer und verärgert sein, muss das dann aber ins Positive umwandeln und das haben wir gemacht.“ Der Konkurrenzkampf hat freilich längst noch nicht den Höhepunkt erreicht. In Kai Bülow drängt ein Stammspieler der Hinrunde zurück in den Kader, dann könnte selbst für einen der Routiniers wie Moritz Volz nur noch ein Platz auf der Tribüne bleiben. Es bleibt spannend. Das war Funkels Plan, als im Winter drei Neue kamen. Mit Einwechslungen muss er jetzt nicht mehr bis zum Schluss warten.

 

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