AZ zeigt Baustellen auf Sechzger-Schwächen: Das sind die Leiden der Löwen

Erleichterung bei den Löwen nach dem 2:0 gegen Unterföhring - es war längst nicht alles Gold, was da glänzte im Duell mit dem Tabellenletzten. Foto: sampics/Augenklick

Trotz des Sieges gegen Unterföhring hakt es beim TSV 1860. Auch das Publikum macht seinem Unmut immer öfter Luft. Die AZ erklärt die Schwächen der Sechzger.

 

München - Pfiffe hallten durch das Grünwalder Stadion. Untypisch. Doch der 2:0-Sieg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten FC Unterföhring war fußballerisch dürftig, sehr dürftig.

Sechzig-Keeper Marco Hiller hatte einem schlampigen Pass an der Toraus-Linie hinterher grätschen müssen. Bezeichnend. "Das interessiert mich nicht, das nehme ich nicht wahr. Wenn das Publikum will, dass wir dem Gegner den Ball nicht in den Fuß spielen, muss es das akzeptieren", meinte Trainer Daniel Bierofka hinterher. Daniel Wein wertete die Pfiffe deutlicher: "Es war schon die letzten Spiele ein bisschen unruhiger."

Die AZ erklärt, woran es aktuell hapert...

Abgebrühtheit

"Wir wollten oft den zweiten Schritt vor dem ersten machen, zuerst den schwierigen Pass spielen", sagte Bierofka. Seine Mannschaft habe "zu oft dem Gegner den Ball in die Füße gespielt oder den Mitspieler nicht gesehen". Kurzum: Seine Löwen waren zu überhastet.

Dominanz

"Das 1:0 war schön herausgespielt, dann kam gar nichts mehr", sagte Löwen-Ikone Karsten Wettberg zur Pause der AZ. "Und dann höre ich immer: Druck. Das sind Fußballer, die müssen damit umgehen können." Sascha Mölders argumentierte mit dem topmotivierten Gegner. "Die sind Letzter, wissen, dass sie nächste Saison nicht mehr Regionalliga spielen. Dann zerreißen die sich", sagte Mölders. "Letzten Endes entscheiden wir so ein Spiel selber", meinte der Stürmer weiter. Das taten die Löwen gegen einen fußballerisch sehr limitierten Gegner aber nur mit viel Glück. Wein wirkte ratlos. "Du denkst, wir müssten jetzt mit Selbstbewusstsein nach vorne spielen", sagte der 24-Jährige: "Ich weiß nicht, warum wir da nachgelassen haben."

Spielaufbau

"Er hat uns einen klaren Plan mitgegeben", erzählte Wein von den Vorgaben Bierofkas – lobte aber einen "aggressiven" Gegner. Kritischer sah es Mölders: "Du musst auch mal auf dem Ball stehen." Schließlich war das Spiel ein Beleg für die unersetzbare Lücke namens Timo Gebhart. Mölders: "Dass wir ihn brauchen, weiß jeder."

Die entscheidenden Pässe

"Wir haben nicht gut in die Spitze gespielt, die Spielzüge nicht konsequent zu Ende gespielt", monierte Mölders. Die Sechzger versuchten wiederholt, den Ball diagonal zu schlagen. Allein: Meist fiel ihnen dann nicht mehr ein. Großchancen wurden nicht genutzt. Letztlich bleibt vor allem eine Frage: Werden sich die Schwächen rächen – dann, wenn es um die Meisterschaft geht, um den Aufstieg?

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