TSV 1860 in der Krise Löwen bitten Grimaldi und Mölders zu Einzelgesprächen

, aktualisiert am 28.11.2018 - 16:12 Uhr
Gemeinsam für den TSV 1860: Sascha Mölders (li.) und Sechzig-Trainer Daniel Bierofka. Foto: Ulrich Wagner

Daniel Bierofka macht seine "Feuer"-Drohung wahr: Der Löwen-Coach steigert im Training die Schlagzahl - und hat Redebedarf mit den Sechzig-Stürmern Adriano Grimaldi sowie Sascha Mölders.

 

München - Das hat gesessen. Nicht nur die 2:3-Niederlage bei Aufstiegsaspirant Karlsruher SC. Nein, auch die Worte, die Löwen-Trainer Daniel Bierofka hinterher wählte. Der 39-Jährige sprach seiner Mannschaft - vor allem mit Blick auf die erste Hälfte - Charakter und Persönlichkeit ab und kündigte "Feuer" für die anstehende Trainingswoche an.

Am Mittwoch zeigte Bierofka deutlich, was er damit meinte: Die Sechzger kamen zwar verspätet auf den Rasen. Nicht, wie geplant, um 10.30 Uhr. Dafür kamen sie dort aber umso mehr ins Schwitzen.

Hartes Training auf Giesings Höhen

Bierofka kombinierte Sprint- und Spielformen, ließ jeweils zwei Löwen auf große Tore im Zweikampf gegeneinander antreten, ließ alle seine Spieler auf engstem Raum um den Ball kämpfen und bat zum Abschluss einer knapp zweistündigen Einheit zum Duell elf gegen elf.

"Positionen!", stauchte er seine Spieler zusammen und echauffierte sich darüber, wenn sie besagte nicht hielten. Einige Spieler sahen schon ziemlich abgekämpft aus, als sie den Rasen verließen - in dem Wissen, dass am Nachmittag noch eine weitere Einheit wartete.

Sechzigs Coach wollte nach dem Vormittagstraining übrigens nicht sprechen und verwies auf die Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FSV Zwickau (Samstag, 14 Uhr, im AZ-Liveticker). (Lesen Sie auch: Abstiegsgefahr! Was die Löwen nun angehen müssen)

Günther Gorenzel: kein Egoismus!

Sportchef Günther Gorenzel sprang ein - und erklärte der AZ über Sechzigs hartes Training: "Jeder Spieler muss seinen Egoismus, seine eigene Situation jetzt hinten anstellen. Jetzt geht es um das Team."

Dabei fordert der Österreicher vor allem die Führungsspieler heraus - allen voran: Felix Weber, seines Zeichens Kapitän, eigenen Aussagen zufolge aber eher ein ruhiger Typ denn ein großer Lautsprecher. Quirin Moll, von Zweitligist Eintracht Braunschweig gekommen, zuletzt aber im Leistungstief. Und wie Weber beim KSC zur Pause ausgwechselt.

TSV 1860 braucht Führungs-Löwen

Gorenzel meinte über das Duo: "Jetzt geht es nicht darum, wer wann gespielt hat oder ausgwechselt wurde. Jetzt zählt nur der Verein."

Gorenzel sprach zudem von "sieben, acht, neun Spielern, die mehr Erfahrung gesammelt haben" und meinte damit neben dem genannten Duo die beiden Torjäger Adriano Grimaldi und Sascha Mölders, Daniel Wein, Nico Karger oder Stefan Lex. Trainer und Sportchef hätten auch Einzelgespräche geführt, erzählte er weiter, unter anderem eben mit Mölders und Grimaldi.

Sämtliche Akteure der Schneckenhaus-Löwen dürften die "natürliche Schutzreaktion, sich zurückzuziehen" nicht zulassen, sondern müssten diese "umkehren", denn: "Es braucht jetzt Persönlichkeiten." Diese müssen vorangehen, auf und neben dem Platz viel kommunizieren.

Löwen gegen FSV Zwickau unter Druck

Wird sich gegen Zwickau zeigen, ob kämpfende Löwen nach zuletzt nur einem einzigen Sieg aus zehn Spielen die Trendwende schaffen und wieder einen Sieg in der Dritten Liga feiern können.

Gelingt dem TSV 1860 auch dann kein Befreiungsschlag, wird es für die Giesinger immer bedrohlicher, was jene Tabellenregion anbelangt, die Sechzig unbedingt meiden wollte - die Abstiegsränge.

Lesen Sie hier: Pyro-Ärger in Karlsruhe - TSV 1860 droht harte Strafe

 

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