TSV 1860 in der 3. Liga Legenden-Weisheiten zur Löwen-Situation

Ein Meisterkapitän, ein Rekordtorjäger, ein Durchmarsch-Held und ein Kult-Trainer geben ihre Weisheiten zur Löwen-Situation zum Besten. Foto: Rauchensteiner/Sampics/Augenklick/AZ

Bei Christls Abschiedstreffen äußern sich Lauth, Grosser, Miller und Lorant zur Situation der Löwen. "Wir müssen weiter hoch! Du kannst nicht fünf Jahre rumeiern in dieser Liga", fordert der Kult-Trainer des TSV 1860.

München - Ein Meisterlöwe. Ein Schleifer. Ein Kämpfer. Und ein Bomber. Sie sorgten unter anderem dafür, dass der TSV 1860 erst ein stolzer Traditionsverein geworden ist. Auch jetzt hängen ihre Herzen noch an Sechzig. Und sie kommentieren das Geschehen rund um den Verein mit allerlei Weisheiten. Legenden-Weisheiten. Gemeint sind Meister-Kapitän Peter Grosser, Kult-Trainer Werner Lorant, Durchmarsch-Held Thomas Miller und Rekordtorjäger Benny Lauth. Sie alle trafen sich am Mittwoch zu einem Abschiedsbesuch bei Kult-Wirtin Christl Estermann im Löwen-Stüberl.

Die AZ zeigt, was die Löwen-Legenden über die aktuelle Situation der Sechzger zu sagen hatten. Einer hatte sogar ein Angebot für seine Löwen parat.

Die Aufstiegsträume: "Es ist ja gut, dass sie gleich den Aufstieg in die Dritte Liga gepackt haben", sagte Lorant über das Team seines einstigen Schützlings Daniel Bierofka. Aber: "Das ist für Sechzig München zu wenig – wir müssen weiter hoch!" Lorant, Mann der klaren Worte, kennt nur eine Richtung: "Du musst nächstes Jahr angreifen. Spätestens! Du kannst nicht fünf Jahre rumeiern in dieser Liga!" Sechzig gehöre "zwei Ligen weiter hoch". Meister-Kapitän Grosser drückte seine Meinung mit einem Sprichwort aus: "Schuster, bleib’ bei deinen Leisten" – und wünscht sich die Löwen-Rückkehr "Schritt für Schritt".

Benny Lauth: "Die sollen nicht ausflippen"

Löwen in der 3. Liga: Lauth, mit 85 Toren in den oberen beiden Ligen bester TSV-Torjäger, analysiert die Drittliga- Sechzger. "1860 spielt unter Biero einen sehenswerten Fußball. Wir haben immer noch zu wenig Punkte für mehr als ordentliche Leistungen."

Man sehe aber, dass der TSV mit seinen 18 Punkten aus 14 Spielen und Tabellenplatz zehn "vom Niveau her normalerweise nichts mit dem Abstieg zu tun haben dürfte". Und nach oben schielen, Herr Lauth? "Am Anfang hat es so ausgesehen, als könnte was gehen. Ich denke aber: Die sollen nicht ausflippen." Fazit: Lieber punkten als am (Aufstiegs-)Rad drehen.

Investor Hasan Ismaik: Am Jordanier scheiden sich bekanntlich die Geister. Tenor bei den Löwen-Legenden: Schnauze voll von Dauer-Konflikten. "Die sollen nicht spinnen, sondern sich endlich zusammenraufen", meint Miller – und hat ein Angebot: "Ich komme mit beiden Seiten gut aus. Ich helfe gerne mit, wenn mein Rat gefragt ist. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es eine Lösung gibt." Miller war in Zeiten von Not-Präsident Sigi Schneider mit Grosser und Karsten Wettberg schon einmal in einem losen Löwen-Beraterstab tätig. Ob er als Vermittler etwas ausrichten könnte?

Lorant über Stadionausbau: Stadt muss in die Gänge kommen

Grosser ergänzt nach Ismaiks kürzlicher Kritik an der 50+1-Regel: "Es ist sein gutes Recht, sich so zu äußern und die Regel ist tatsächlich nicht mehr zeitgemäß." Wie man dem Machtstreben des Geldgebers Einhalt gebieten könne, wisse er aber auch nicht. Über den Fall von 50+1 müsse man sich keine Gedanken machen: "Ich glaube, das ist alles weit entfernte Zukunftsmusik."

Die Stadionfrage: Die Rückkehr ins Grünwalder Stadion hat Sechzigs Problem mit der defizitären Allianz Arena und teuren Cateringverträgen gelöst. Ein Ausweg ist das zu kleine und unrentable Sechzgerstadion aber nicht. Noch nicht? Lorant plädiert für das, wofür der Verein aktuell kämpft: eine Heimat in Giesing. "Da gehört Sechzig doch hin. Wieso sollen ins Grünwalder nicht wieder 30.000 Leute passen? Da muss die Stadt mal in die Gänge kommen." Derzeit stocken jedoch bereits die Pläne einer Erweiterung auf 18.600 Zuschauer. Nicht aber die Löwen-Weisheiten der Legenden.

Im Video: Rundgang durchs Grünwalder Stadion

 

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