TSV 1860 im Abstiegskampf Fredi Heiß: "Zitter-Triple? Bitte nicht!"

Meisterlöwe Fredi Heiß warnt: Die Löwen müssen aufpassen Foto: sampics

In den vergangenen beiden Spielzeiten gelang Sechzig erst spät die Rettung – und auch dieses Jahr droht es bis zum Schluss spannend zu bleiben. "Die Löwen müssen aufpassen", warnt Fredi Heiß

 

München - Wie stark ist der TSV 1860 denn nun unter Vitor Pereira? Schwer zu beurteilen – auch für die Beteiligten. "Wir sind zu gut für den Abstieg", urteilte Präsident Peter Cassalette nach dem souveränen 2:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg. Es folgten nicht nur drei Pleiten, sondern die "Gegendarstellungen" von Kai Bülow ("Wir waren nie raus aus dem Abstiegskampf") und Stefan Aigner ("Wir sind mittendrin.").

Geht es nach Fredi Heiß, gibt die jüngste Leistung Anlass zur Hoffnung. "Der Fußball, den wir beim 0:1 gegen Hannover 96 gespielt haben, macht Mut", sagt der Meisterlöwe der AZ. Er weiß nach zwei Jahren voller Abstiegsängste aber auch: "Der Weg der neuen Mannschaft dauert noch seine Zeit. Die Löwen müssen aufpassen, sie sind noch nicht durch!" Klar, mit Pereira wurde ein Star-Coach verpflichtet, fünf teils teure Winter-Neuzugänge und sein Wunsch-Stab geholt.

Der anfängliche Aufschwung? Zuletzt wieder passé. Und nach den Vorjahren fällt auf: Während Titel, Pokale, selbst der große Aufstiegstraum in der jüngsten Vereinshistorie in meilenweiter Ferne liegen, kann 1860 ein Triple anderer Art holen: das des Bangens bis zum Schluss. Gibt’s für Sechzig das Zitter-Triple? "Bitte nicht!" hofft Heiß inständig – die AZ zeigt Her- und Ausgang der Vorjahre sowie Parallelen zur laufenden Spielzeit.

2014/15: Bülows Last-Minute Rettung in der Relegation

2014/15: Ricardo Moniz‘ Ziel: der meisterliche Aufstieg. Er wollte wie Pereira gepflegten Offensivfußball mit drei Spitzen auf den Rasen zaubern, doch schnell war der Trainer Geschichte und die Löwen die gesamte Saison im Tabellenkeller. Nachdem auch Markus von Ahlen die Trendwende nicht schaffte, musste am Ende Torsten Fröhling die Rettung in allerletzter Relegations-Minute schaffen, als sich Kai Bülow mit seinem Abstaubertor seinen Platz in jedem Löwenherz für alle Zeiten sicherte. Eine Hierarchie? Damals (Julian Weigl als 18-jähriges Kapitäns-Bürschchen, auch Christopher Schindler anfangs überfordert) wie heute (sieben Kapitäne in acht Spielen unter Pereira) nicht zu erkennen.

2015/16: Daniel Bierofka bringt die wundersame Wende

2015/16: Torsten Fröhling durfte bleiben, obwohl schon damals nach dem Gusto von Investor Hasan Ismaik eine große Lösung her sollte. Wie unter Pereira gefiel seine Elf anfangs mit erfrischendem, teils gutem Offensiv-Fußball, doch die Ergebnisse blieben aus. Wie unter Pereira wurde die im Winter bereits von Benno Möhlmann geführte Elf durch fünf Neuzugänge verstärkt, erste Erfolge wichen Rückschlägen. Daniel Bierofka war es schließlich, der mit der Maximalausbeute von drei Siegen in drei Spielen neuer Retter wurde und den Klassenerhalt am vorletzten Spieltag sicherte.

2016/17: Verpatzter Neustart mit Kosta Runjaic

2016/17: Kosta Runjaic sollte 1860 nach zwei miesen Jahren in andere Gefilde führen. Bis zum 2:1-Sieg in Nürnberg schien die Rechnung aufzugehen, mit einer Pleite gegen Union Berlin ging mit nur einem Zähler aus fünf Partien die Misere los. Im Vergleich: Pereira liegt seit dem Union-Rückspiel bei null Punkten aus drei Spielen, am Freitag kommen die Würzburger Kickers zum Tabellen-14.

TSV 1860 empfängt die Würzburger Kickers am Freitagabend

"Das wird ein ganz anderes Spiel als in Hannover", warnt Heiß vor dem Aufsteiger (der im Hinspiel mit 2:0 siegte). Und ein richtungsweisendes: Die Gefahr eines Rückschlags ist nach guten Löwen-Leistungen bekanntlich groß. Ein weiterer Faktor des noch zu instabilen Teams laut Heiß: "Vor Verletzungen ist man auch nicht gefeit." Geht das Ganze nun schon wieder los, oder bekommt Sechzig (mal früher) die Kurve?

 

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