Der Krimi von Memmingen: Herbert Paul schießt die Löwen mit einem Tor in letzter Minute ins Viertelfinale des Toto-Pokals. Im Gespräch mit der AZ erklärt der Matchwinner, dass erst eine Kurzschlussentscheidung den Treffer ermöglichte.

Memmingen - Die 90. Minute im Toto-Pokal-Achtelfinale zwischen dem FC Memmingen und dem TSV 1860 läuft. In der Arena Memmingen ist die Spannung beinahe greifbar, alle wähnen sich beim Stand von 0:0 schon im Elfmeterschießen.

Vorlage von Alessandro Abruscia

Doch dann kommt Herbert Paul. Alessandro Abruscia tritt von links einen Eckball scharf in Richtung zweiten Pfosten. Paul kommt in den Fünfmeterraum gerauscht und drückt den Ball fast an der Grundlinie irgendwie um den Pfosten ins Tor der Allgäuer.

Der Rest ist kollektiver Jubel - bei den Spielern und bei den Sechzig-Anhängern unter den 3.559 Zuschauern am Dienstagabend. Die Löwen gewinnen 1:0, sind eine Runde weiter.

Paul meinte, er spüre "Erleichterung! Du weißt, Mann, im Elfmeterschießen kann immer alles passieren. Dem wollten wir aus dem Weg gehen", schilderte der 24-Jährige seine Emotionen: "Wenn es in der Nachspielzeit passiert, ist es umso emotionaler."

Doch warum taten sich die Löwen so lange so schwer? "Die Platzverhältnisse sieht man: Da sind ganz schöne Krater drin. Ein richtiger Spielfluss kommt da nicht zustande, auf einem besseren Platz hätten wir das Spiel flüssiger aufziehen können",  sagte er.

Herbert Paul lobt Memmingen

Memmingen sei defensiv gut gestanden, erklärte er, "hat schnelle Umschaltspieler. Sie hatten schnelle Leute, das haben sie halt gut gemacht". Gut gemacht hat es auch er. Bei seiner Kurzschlussentscheidung. Beim Last-Minute-Tor ins Viertelfinale.

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