TSV 1860 gegen Hallescher FC Dritte Liga: Was Sie über den Löwen-Gegner wissen müssen

, aktualisiert am 08.11.2018 - 19:43 Uhr
Am Samstag gastiert der Hallescher FC beim TSV 1860. Foto: imago/Eibner

Am Samstag gastiert der Hallesche FC beim TSV 1860 im Grünwalder Stadion. Die AZ erklärt, was den früheren Kult-Klub aus der DDR auszeichnet - und auf welchen HFC-Spieler Sechzig besonders aufpassen muss.

München/Halle - Am 15. Spieltag der Dritten Liga empfängt der TSV 1860 den Tabellenfünften Hallescher FC (14 Uhr, im AZ-Liveticker). Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine seit über 26 Jahren, damals trennten sich der HFC und Sechzig torlos. Die AZ stellt den nächsten Löwen-Gegner vor.

Die bisherige Saison des Halleschen FC

Der HFC hatte im vergangenen Sommer einen großen Umbruch zu bewältigen. Insgesamt 15 Spieler haben den Verein verlassen, 17 sind neu dazugekommen. Die größte Veränderung erfolgte allerdings auf dem Trainerposten: Torsten Ziegner kam vom FSV Zwickau und ersetzte Rico Schmidt, der den Verein nach Tabellenplatz 14 in der Vorsaison verlassen hat.

Trotz der großen Veränderungen hat sich die Mannschaft des Halleschen FC in der neuen Saison der 3. Liga gut zurechtgefunden. Nach 14 Partien liegen die Saalestädter mit 23 Punkten auf Rang vier, sind punktgleich mit dem Aufstiegs-Relegationsplatz - und liegen damit fünf Zähler vor Sechzig (10. Platz).

"Auch wenn wir schon ein paar Punkte verschenkt haben, können wir mit dem Blick auf die Tabelle durchaus zufrieden sein. Aber wenn du jetzt dreimal nicht gewinnst, bist du wieder auf Platz 13. Auch wenn es eine Floskel ist, aber wir müssen Woche für Woche unsere Hausaufgaben machen", sagt Neuzugang Bentley Baxter Bahn und dämpft die Erwartungen.

Der Top-Stürmer: Mathias Fetsch - unersetzlich

Top-Torjäger des HFC ist Mathias Fetsch - vor allem in den vergangen Wochen zeigte sich der 30-Jährige treffsicher. Mehr noch: Wann immer er in den vergangenen fünf Spielen an einem Treffer beteiligt war, ging der Hallesche FC als Sieger vom Platz. Trotz seiner zuletzt starken Leistungen dämpft Fetsch jedoch die Euphorie.

"Ich hoffe, dass es jetzt so weitergeht", sagt der Torjäger. "Aber ich habe mich vor ein paar Wochen, als es nicht so gut lief, nicht aus der Ruhe bringen lassen. Und genauso wenig werde ich jetzt abheben." Dennoch: Auf ihn müssen die Löwen besonders aufpassen!

Der Trainer: Torsten Ziegner steht für Stabilität

Torsten Ziegner steht seit vergangenem Sommer beim HFC an der Seitenlinie. Der 40-Jährige, in der vergangenen Saison noch Trainer beim FSV Zwickau, bevorzugt ein 3-5-2-System und setzt in der Regel auf physisch starke Spieler mit Stärken im Kopfballspiel.

Vor allem für den Angriff wird sich Löwen-Coach Daniel Bierofka etwas einfallen lassen müssen. Mit 14 Gegentoren stellt der HFC gemeinsam mit Karlsruhe die drittbeste Abwehr der Liga. Mitverantwortlich dafür ist Moritz Heyer, der im Sommer aus Lotte gekommen ist und die zentrale Rolle der Dreierkette ausfüllt.

Heyer zeigt sich indes zufrieden mit dem Auftreten seiner neuen Mannschaft. "Es arbeiten alle gegen den Ball, auch die Stürmer gehen viele Wege. Auch das defensive Mittelfeld arbeitet richtig gut, macht es dem Gegner sehr schwer, sich Chancen gegen uns zu erarbeiten", erklärt er die Spielweise seines Teams. Da kommt auf Sechzig viel Arbeit zu!

Das Stadion: Ein wahrer Traum, den Sechzig noch träumt

Für den Hallescher FC ging 2011 mit der Eröffnung des Erdgas Sportparks ein Traum in Erfüllung. Die neue Heimat des HFC wurde auf dem Grund des alten Kurt-Wabbel-Stadions erbaut und bietet Platz für knapp über 15.000 Zuschauer - es ist eine ähnliche Kapazität wie im Grünwalder Stadion.

Auf Folklore verzichten müssen die Fans des HFC wegen des neuen Stadions nicht - im Gegenteil. Die unter Denkmalschutz stehende Außenmauer und die Torbögen, welche bereits 1936 errichtet wurden, blieben beim Stadionneubau erhalten. Die Tradition vereint mit den Annehmlichkeiten von heute - das wäre für die Sechzger auch was.

Die Löwen träumen schon lange von einem Ausbau und/oder einer Modernisierung des Grünwalder Stadions - ob das aber jemals kommt? Bis dahin bleibt den Giesingern nur der neidische Blick nach Halle.

Die Ultras des HFC: Mit voller Mannstärke nach München

Beim Spiel in München kann die Mannschaft von Torsten Ziegner auf die volle Unterstützung ihrer Fans bauen: Insgesamt 1.500 Anhänger werden sich am Samstag auf den Weg in die bayerische Landeshauptstadt machen, über 600 davon werden schon früh morgens mit einem eigens organisierten Sonderzug anreisen. Der Gästeblock im Grünwalder Stadion ist auch dieses Mal wieder restlos ausverkauft - das Traditions-Duell will sich keiner entgehen lassen.

Für die Stimmung bei Spielen des HFC sorgen vor allem die berühmt-berüchtigten "Saalefront-Ultras", unter denen sich leider auch einige gewaltbereite Hooligans befinden - die Rede ist von etwa 200 Mann.

Übrigens: Die Fans des HFC reden eher selten vom Halleschen FC, sondern verwenden in der Regel den alten Vereinsnamen "Chemie Halle" bzw. "Hallescher FC Chemie". Im Jahre 1991 fiel der Zusatz "Chemie" dann weg. Sechzig gegen den HFC - wie eine neue Erfahrung für alle Löwen.

 

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