TSV 1860 gegen den FC Bayern II Brennpunkt Grünwalder: So heiß wird das Derby

Stimmungsvoll: die Westkurve im Grünwalder Stadion beim Heimspielen des TSV 1860. Foto: imago/foto2press

Am Sonntag ist es so weit: Der TSV 1860 trifft im Grünwalder Stadion auf den FC Bayern II. Von der Rivalität der Vereine über Fan-Randale und Pyrotechnik: Das steht alles auf dem Spiel.

 

München - Blau gegen Rot. Giesinger Arbeiterverein gegen FC Hollywood. Abgestürzte Regionalliga-Löwen gegen den Nachwuchs eines der besten Klubs der Welt. TSV 1860 gegen den FC Bayern. Jetzt ist es wieder so weit: Derby-Zeit!

"Es war schön, als gebürtiger Münchner vor 70 000 im Olympiastadion gegen Oliver Kahn zu treffen", erinnert sich Daniel Bierofka, mittlerweile 38, an seinen Führungstreffer als 22-jähriger Jungspund gegen übermächtige Bayern: "Aber das war schon eine Bombenmannschaft: Elber, Scholl, Pizarro, Sagnol, Kuffour – an dem Tag konnten wir uns nicht wehren und wurden zerlegt." Endergebnis damals, im Oktober 2001: 1:5.

Mauersberger und Karger wohl dabei

Am Sonntag treffen die Löwen und Trainer Bierofka, wohl mit den wiedergenesenen Jan Mauersberger und Nico Karger, um 15 Uhr auf den FC Bayern II. Das Grünwalder Stadion? Ausverkauft! Es ist keines jener legendären Duelle wie zu Bundesligazeiten. Es ist auch kein Amateurderby mehr, als es in den letzten Jahren der einzige sportliche Vergleich der beiden mittlerweile um Welten getrennten Klubs war. Aber: Es ist und bleibt das Duell der beiden großen Vereine der Stadt. Die AZ zeigt die Brennpunkte des Lokalderbys:

Derby-Charakter: Bierofkas Taktik? Den Derby-Charakter kleinreden. "Wir müssen uns der Realität stellen, es ist in der Regionalliga und wir spielen gegen Nachwuchstalente", erklärte er. Dennoch konnte man aus Bieros Worten heraushören: Er ist heiß auf den Vergleich mit den Bayern: "Es wird kribbeln. Wir dürfen nicht verkrampfen, sondern müssen einfach locker bleiben. Auch, wenn es ein Derby ist."

Wein und Steinhart einst beim FC Bayern

"Übergelaufene" Ex-Bayern: Bei Sechzig hat er es zur lebenden Legende geschafft, und doch entstammt Bierofka der Jugend des Stadtrivalen. "Ich wurde kritisch beäugt, als ich damals von den Amateuren kam", erklärt er, "aber das war schnell weg." Dabei habe ihm die "blaue Vergangenheit" seines Vaters Willi Bierofka, einst Spieler und Trainer bei 1860, "in die Karten gespielt".

Zudem stehen etwa mit Mauersberger, Phillipp Steinhart und Daniel Wein mehrere Ex-Bayern in den Reihen der Sechzger. Mauersberger (2003 bis 2006 bei Bayern) zur AZ: „Ich kann die Brisanz natürlich nachvollziehen, aber ich versuche auszublenden, dass ich Freunde im roten und blauen Fan-Lager habe.“ Steinhart hatte der AZ kürzlich erklärt, dass es für jeden Ehemaligen ein "absolutes Highlight" sei.

Sportlicher Wettkampf: Spitzenreiter (38 Punkte) gegen Tabellen-Achten (22), zwei Teams mit großen Ambitionen vor Saisonbeginn und unterschiedlichen Erträgen. Bierofka über Bayern: "Das ist der deutsche Rekordmeister, der in der Champions League spielt und in der U23 Spieler ausbildet, die teils schon Profiverträge haben." Alleine das sei, unabhängig von der Tabellensituation "aussagekräftig, wie man sie einschätzen muss. Da sind Spieler dabei, die wir uns nicht leisten könnten".

Bierofka appelliert an Fans beider Lager

Brennpunkt Grünwalder: Spielstätte beider Klubs und doch Sechzigs Heimat – die man bestmöglich präsentieren möchte. "Das Spiel findet Beachtung in ganz Deutschland", weiß Mauersberger, "1860, die Mannschaft und die Fans haben die Chance, sich von ihrer besten Seite zu zeigen und so manche Probleme in der Vergangenheit und auch Vorurteile vergessen zu machen." Das gelingt freilich nur mit Feierstimmung – und ohne Pyrotechnik wie zuletzt in Augsburg. Mauersberger: "Die Fans haben uns bisher zuhause perfekt unterstützt." Vorfälle wie in Augsburg seien, auch für blaue Ausbaupläne, "Rückschläge, die schlicht verboten sind und uns schaden – speziell in der jetzigen Situation".

Fan-Randale: Nicht nur im Stadion, auch vor und nach dem Spiel könnte die bisher stets friedliche Feier-Stimmung in Giesing durch Auseinandersetzungen getrübt werden. Die Polizei wird bei dem Hochrisikospiel rund 500 Beamte einsetzen. Wie die AZ erfuhr, soll die ehemalige Hooligan-Gruppierung "Service Crew Munich" mobil machen. Bierofka: "Ich hoffe, dass beide Fan-Lager ruhig bleiben."

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