Trainer Daniel Bierofka vom TSV 1860 stellt vor dem Spiel beim VfR Aalen eine Reihe von Forderungen an sein Team. "Die Jungs müssen sich noch mehr trauen, Fußball zu spielen. Wir fahren dahin, um zu gewinnen".

München - Ob sich die Löwen was abschauen konnten? Am Freitagmittag trainierten nicht nur die Spieler des TSV 1860 an der Grünwalder Straße 114. Vor dem Bundesliga-Kracher gegen den FC Bayern hieß es für die Profis der TSG Hoffenheim: anschwitzen!

"Ich habe ihm viel Glück gewünscht. Es war sehr nett, ihn wieder zu treffen", erklärte 1860-Trainer Daniel Bierofka über seinen Star-Kollegen Julian Nagelsmann. Der Hoffenheim-Coach hatte nicht nur Neu-Innenverteidiger Simon Lorenz empfohlen, er war zwischen 2002 und 2006 in der 1860-Jugend aktiv – und habe für die Löwen noch was übrig: "Er ist ja noch sehr verbandelt mit Sechzig, kennt viele Spieler. Ich glaube, er hat sich sehr heimisch gefühlt,", sagte Bierofka, Nagelsmann dürfte sich mit dem Daumendrücken also revanchieren, wenn am Samstag (14 Uhr, im AZ-Liveticker) für Bierofkas Löwen beim VfR Aalen die Mission startet: Auf zum ersten Auswärtsdreier! Und dafür gab Bierofka seinen Spielern auch einen blauen (Forderungs-)Katalog auf den Weg.

TSV 1860 kommt: Zuschauerrekord beim VfR Aalen

"Wir fahren nach Aalen, um das Spiel zu gewinnen. Die Sachen, die wir positiv gemacht haben, müssen wir verstärken und 90 Minuten noch gieriger verteidigen", fordert Bierofka im Vergleich zum DFB-Pokal-Aus gegen Holstein Kiel (1:3): "Wir haben auch gegen Kiel 75 Minuten lang sehr gut verteidigt, dann kommt eben die spielerische Klasse eines solchen Gegners zum Tragen. Diese Qualität hat Aalen meiner Meinung nach nicht so extrem, von daher gehe ich davon aus, dass wir dort gut stehen können."

Überhaupt: Trotz der mäßigen Liga-Bilanz (vier Spiele, vier Punkte) wolle Bierofka eines nicht über den Haufen werfen: seine Spielphilosophie. "Ich stehe für einen speziellen Spielstil und den werde ich garantiert nicht ändern: Ich will sehen, dass auf dem Platz etwas passiert. Ich will, dass die Zuschauer kein Ballgeschiebe sehen, wenn sie ins Stadion gehen", so der 39-Jährige über Bierofka-Fußball. Mit dem Resultat soll es beim VfR nun ebenfalls klappen.

Dem Klub aus der Ostalb winkt, auch dank 1860, ein Zuschauerrekord: Über 7.000 Tickets waren am Freitag vergriffen, bei 7.788 Zuschauern stellt Aalen seit dem Abstieg vor drei Jahren eine Bestmarke auf.

Berzel und Helmbrecht noch in der U21

Dennoch habe man "die Möglichkeit", die auch mit vier Zählern gestartete "ordentliche Drittligamannschaft zu schlagen", so Bierofka. Dabei vonnöten sei für die Sechzger, die im Gegensatz zum Kiel-Spiel wohl wieder mit Adriano Grimaldi und Sascha Mölders als Doppelspitze agieren, eines: Ballbesitz. "Es ist klar, dass wir Ballbesitzphasen brauchen. Die Jungs müssen sich noch mehr trauen, Fußball zu spielen. Lösungen haben sie", weiß Bierofka, der die wiedergenesenen Aaron Berzel und Nico Helmbrecht vorerst noch in der U21 Spielpraxis sammeln lässt.

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Die Crux? "Der nächste Schritt ist jetzt, diese Lösungen unter Stress abzurufen." Nicht nur im Training, wo es ordentlich aussehe, auch im Ernstfall um die nächsten Liga-Punkte.

Auf die Frage, ob er größeren Druck verspüre, antwortete Bierofka mit einem knappen "nein"– und lieferte wenig später den Spruch des Tages: Als er über einen 10:1-Sieg im Rahmen seines Trainerlehrgangs gegen eine Kreisliga-Mannschaft parlierte, scherzte er: "Ich muss sagen: Ich bin noch richtig gut drauf. Ich hab’ ein Tor geschossen und einen Elfmeter rausgeholt. Ich könnte gleich selber gegen Aalen spielen." Vielleicht schneide er in Sachen Videomaterial "mal ein bisschen was zusammen, damit unsere Außenspieler mal sehen, wie es funktioniert".

Im Video: Daniel Bierofka - "Werde meinen Stil nicht ändern"