TSV 1860 Der Nächste, bitte!

Rainer Beeck, hier links mit Vize Franz Maget und dem bereits zurückgetretenen Schatzmeister Michael Hasenstab. Foto: sampics/Augenklick

Seit 2004, dem Jahr des Wildmoser-Rücktritts, verschlissen die Löwen bereits fünf Präsidenten.

 

MÜNCHEN Am Montag wird es 6:7 stehen. Einer fehlt noch, dann hätten die Präsidenten des TSV 1860 zahlenmäßig die Geschäftsführer eingeholt.

Robert Schäfer, Dieter Schneiders Partner bei den Sanierungsbemühungen des TSV 1860, ist der siebte Geschäftsführer seit 2004. Schneider wird der sechste Präsident sein seit jenem Jahr, in dem Karl-Heinz Wildmoser zum Rücktritt gezwungen wurde.

Die Parade der letzten 1860-Bosse:

Karl-Heinz Wildmoser (1992 bis März 2004)

Der im Juli 2010 verstorbene Wiesn-Wirt war der Prototyp eines barocken Bayern. Für viele war er der ideale Löwen-Präsident. Ebenso viele sehen ihn als Hauptverantwortlichen für die derzeitigen Probleme. Wildmoser führte den Klub von der Bayernliga bis zur Qualifikation für die Champions League. Sein Führungsstil war – vorsichtig formuliert – patriarchisch. Er klagte oft über seine mangelnde Lebensqualität und träumte davon, dass 1860 den Bayern Paroli bieten könne – und häufte hohe Schulden an. Seine Löwen-Zeit war vorbei, als er 2004 zusammen mit Sohn Heinz im Zuge des Schmiergeldskandals um die Allianz Arena kurzzeitig verhaftet wurde.

Karl Auer (März 2004 bis März 2006):

Der Holzkirchner Wurstfabrikant musste überredet werden, das Amt anzunehmen. Wirkte vom ersten Tag an überfordert mit der Aufgabe, schaute meistens vor allem traurig drein. In seine Amtszeit fällt der Bundesliga-Abstieg, die Rückkehr ins Grünwalder Stadion, der knapp verpasste Wiederaufstieg und der Umzug in die Allianz Arena. Erkannte die desolate Finanzsituation nicht oder jedenfalls zu spät. Trat nach einem Kreislaufzusammenbruch und einem Krankenhausaufenthalt aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Alfred Lehner (März 2006 bis März 2007):

Der Ex-Landesbank-Vorstand führte den Aufsichtsrat seit 2003, also unter Wildmoser und Auer, an. Auch der Zahlenmensch Lehner erkannte die desolate Finanzsituation nicht, beziehungsweise zu spät. Blieb durch den Satz „Liebe Freunde, wir haben ein Problem“ (wegen nicht fristgemäß verschickter Einladungen zur Delegiertenversammlung) in Erinnerung.

Albrecht von Linde (März 2007 bis Mai 2008):

Der Mann mit den vornehmen Manieren kam nach einem monatelangen Lagerwahlkampf ins Amt. Stritt sich ausdauernd mit Geschäftsführer Stefan Ziffzer, den er nach dessen „Fisch-stinkt-vom-Kopf-Rede“ fristlos entließ. Musste sich kurz darauf selbst empfehlen.

Rainer Beeck (seit Mai 2008):

Der Flughafen-Manager fuhr am Tag seiner Wahl mit einem roten Porsche am Trainingsgelände vor. Er muss den gescheiterten Investorendeal mit dem Berliner Immobilienhändler Nicolai Schwarzer und den verlorenen Catering-Prozess verantworten und verschliss – eher unverschuldet – drei Geschäftsführer. Nahm sich der Sanierung an, führte den Klub mit Ruhe und sorgte für so etwas wie Frieden.

fil

 

0 Kommentare