TSV 1860 Der Lauth-Abschied: Servus, Benny!

Das Ende der Ära: Benny Lauth verlässt die Löwen. Foto: az

Fan-Liebling, Rekord-Torjäger, Aushängeschild: Benny Lauth muss den TSV 1860 verlassen, der auslaufende Vertrag wird nicht verlängert. Wie es für den Stürmer weitergeht, was er zum Aus sagt.

 

München - Bye bye, Benny! Am Dienstagmittag wurde offiziell, was sich schon länger angedeutet hatte: Benny Lauth muss den TSV 1860 zum Saisonende verlassen, bekommt keinen neuen Vertrag mehr. Juliane, die Frau des Löwen-Stürmers, hatte das nahende Ende zuvor bereits via Facebook ausgeplaudert – die AZ berichtete online exklusiv. Wehmütig hatte sie ihr Titelbild in ein Schwarz-Weiß-Foto einer 1860-Spielszene aus der Allianz Arena geändert und dazu geschrieben: „Abschiedswochen“. Marina, die Frau von Daniel Halfar, kommentierte das Foto mit einem weinenden Smiley.

Juliane macht keinen Hehl daraus, dass sie München am liebsten nicht verlassen würde. Südlich von München hat das Paar für sich und Söhnchen Liam und den Familienhund ein Haus gebaut. Bald steht aber der Umzug bevor.

Wenn nicht alles täuscht, dürfte der Ortswechsel bis über den Atlantik in die USA führen. Lauth, der an der Aktion „Wir für die AZ“ teilnimmt (siehe Seite 9), hegt schon länger den Traum, seine Karriere in den Vereinigten Staaten zu beenden. Das Land hat er bei einem Besuch in Las Vegas kennen gelernt. Zudem haben ihm ehemalige Weggefährten wie Andreas Görlitz und Raphael Wicky zu diesem Schritt geraten.

Allerdings, so viel steht fest, hätte der Abschied von der Grünwalder Straße durchaus noch ein bisschen dauern dürfen. Nicht nur, wenn es nach seiner Frau Juliane geht. Der Stürmer selbst hatte zuletzt mehrfach betont, am liebsten bei den Löwen weitermachen zu wollen. „Auch wenn diese Saison alles andere als glücklich verlaufen ist“, sagte Lauth zur AZ. Doch obwohl der 32-Jährige seit dem 9. August nicht mehr getroffen hat, haben die Fans nie den Glauben an ihren Liebling verloren, feierten den Knipser noch am Freitag in Fürth und forderten lautstark seinen Einsatz.

Das alles hat Lauth erfreut zur Kenntnis genommen. „Die Gesänge der Fans tun natürlich gut. Das baut einen auf. Und es zeigt, dass die Fans nicht vergessen.“

Unvergessen bleibt Lauth an der Grünwalder Straße vor allem wegen seiner insgesamt 84 Treffer. Damit hat der gebürtiger Fischbachauer so oft getroffen wie kein anderer Spieler. Lauth, der 1992 als D-Jugendlicher zum TSV 1860 kam, wurde 2002 zum Star, gemeinsam mit Kevin Kuranyi galt er als Hoffnungsträger Fußball-Deutschlands. Benny Bomber avancierte schnell zum Werbehelden, Fan- und Medien-Liebling. 2002 gelang ihm im DFB-Dress mit einem sehenswerten Fallrückzieher das Tor des Jahres.

Nach dem Abstieg der Löwen 2004 wechselte er zum Hamburger SV, wo auch verletzungsbedingt sein langsamer Niedergang begann. Nach Stationen beim VfB Stuttgart (mit dem er 2007 Deutscher Meister wurde) und Hannover 96 kehrte er 2008 zurück zu seiner großen Liebe: den Löwen.

Sportchef Gerhard Poschner bestritt am Dienstag nicht die Wichtigkeit von Lauth („Benny ist ein echter Sechzger und ein verdienter Spieler des Vereins. Wir sind ihm sehr dankbar für das, was er in all den Jahren hier geleistet hat. Damit hat er Klubgeschichte geschrieben und wird immer ein Teil der Löwenfamilie bleiben“), sagte aber auch: „Wir wollen uns im Sommer sportlich neu ausrichten.“

Heißt: Lauth ist den Löwen zu alt und nicht mehr schnell genug. Sportlich lässt sich die Entscheidung irgendwie nachvollziehen. Dass die Mannschaft aber mit den Abgängen von Daniel Bierofka und Lauth ihr Gesicht verliert, ist auch Fakt. Am Sonntag werden beide gegen den VfL Bochum verabschiedet.

 

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