TSV 1860 Der blaue Rückpass (2): Bernd Meier

Bernd Meier im Tor von Borussia Dortmund, seiner letzten Profi-Station. Foto: firo/Augenklick

Warum der Ex-Löwen-Keeper am liebsten mit einem Bayern zusammenarbeiten würde, sich aber auch eine Rückkehr zu den Löwen gut vorstellen kann.

AZ: Herr Meier, Sie mussten 2007 bei Borussia Dortmund aufgrund eines Kreuzbandrisses Ihre Karriere beenden. Wie sehr denken sie an das schmerzhafte Ende zurück?

BERND MEIER: Was heißt schmerzhaftes Ende? Das schmerzhafte Ende war bei 1860, wo Werner Lorant mich nach dem Fehler im Derby gegen Bayern rausgenommen hat und ich danach kein Bundesliga-Spiel mehr für 1860 gemacht habe (als Meier einen abgefangenen Ball vom Boden aus abschlagen wollte, übersah er Jancker, der ihm den Ball vom Fuß spitzelte und ins leere Tor schob, d. Red.).

Dieser Fehler hat Sie bis heute begleitet und Sie werden darauf angesprochen. Was machen Sie denn heute?

Ich mache ein Fernstudium zum Sportfachwirt und da absolviere ich gerade ein Praktikum beim FC Augsburg in der Jugendabteilung. Ich möchte schon bald in den Fußball zurück. Ich wohne in Rain am Lech und da sind natürlich Vereine wie Ingolstadt, 1860 oder Augsburg am nächsten. Am liebsten aber möchte ich zu 1860 zurück. Eine Verbindung zwischen Schreibtisch und Trainerbank wäre ideal. Im September mache ich auch noch meinen Trainer-A Schein. Der Scholl ist doch jetzt endgültig zum Chef bei den Bayern-Amateuren ernannt worden. Bei ihm Co-Trainer das wär’s auch. Ich würde gerne meine Erfahrung an Junge weitergeben.

Und eine Rückkehr zu den Löwen?

Das könnte ich mir auch sehr gut vorstellen, zumal Miki Stevic und ich uns sehr gut kennen aus unserer Zeit bei den Löwen und in Dortmund. Ich bin bei 1860 groß geworden und der Verein ist und bleibt etwas ganz Besonderes für mich. Dort hatte ich meine schönsten Jahre.

Und was war Ihr schlimmster Moment?

Das war in Ahlen. Zwar habe ich mich dort mit Lorant nach der Jancker-Geschichte versöhnt und er war so zu mir, wie ich es mir bei 1860 von ihm gewünscht hätte, aber es war nicht schön. Nach 1860 habe ich mich hochgearbeitet, wechselte von den Nierderungen der Zweiten Liga in Ahlen zum Weltpokalsiger Dortmund. Ich hatte in Ahlen meinen schlimmen Kreuzbandriss und als ich später in Dortmund spielte und bei der zweiten Mannschaft erneut gegen Ahlen ran musste, passierte es und ich bekam meinen zweiten Kreuzbandriss, das Ende meiner Karriere.

Gibt es heute noch Kontakt zu Lorant und zu Spielern von 1860?

Fast gar keinen Kontakt. Ich habe mehr Kontakt zu Max Eberl oder Roman Weidenfeller aus meiner Zeit bei Gladbach oder Dortmund. Sechzig liegt zu weit zurück. Leider. Aber jetzt bin ich zumindest wieder räumlich nah am Verein.

Und wann werden Sie mal wieder bei der Christl im Löwenstüberl vorbeischauen?

Da war ich schon so lange nicht mehr. Aber ich habe mir fest vorgenommen, nach meinem Türkei-Urlaub mit der Familie reinzufahren zu ihr. Ich fühle mich bei 1860 schon ein bisschen in Vergessenheit geraten.

Sind Sie traurig darüber?

Ja, aber ich war halt auch jahrelang weg aus München. Erst seit eineinhalb Jahren bin ich wieder in den Gefilden hier, wo ich mich mit den Löwen identifizieren kann.

Klingt ganz so, als würden Sie lieber heute als morgen wieder an der Grünwalder Straße arbeiten wollen.

Ja schon. Ich würde gerne mit eingebunden werden egal in welcher Funktion. Bei Bayern werden Ehemalige überall mit eingebaut und bei 1860 darf jeder „Hans-Wurst“ mitreden, Leute, die von der Materie keine Ahnung haben.

Die Löwen haben jetzt mit Gabor Kiraly einen 33-jährigen erfahrenen Torwart verpflichtet. Wie sehen Sie seine Verpflichtung?

Das heißt hoffentlich nicht, dass Michael Hofmann gehen muss. Der muss im Verein eingebunden werden. Er ist eine Institution bei 1860. Als Torwart ist man mit 33 jedenfalls nicht zu alt. 1860 braucht vielleicht jetzt einen starken erfahrenen Rückhalt. Mit nur Jungen geht’s nicht.

Interview: Reinhard Franke

 

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