TSV 1860 Bierofka Nummer drei - einmal Löwe, immer Löwe

Familie Bierofka beim Fußballspielen Foto: sampics/AK

Nach Willi und Daniel Bierofka könnte bald der siebenjährige David für die Löwen spielen. Hier erklärt der Opa, welche Bedeutung 1860 für die Familie hat – und wie der Ex-Käpt’n wieder angreift.

München - Daniel Bierofka soll nicht dasselbe Schicksal erleiden. Darauf hofft Papa Willi (60) jeden Tag. „Ich klopfe immer auf Holz“, sagt der Vater des 34-jährigen Löwen-Mittelfeldspielers. Willi Bierofka musste seine Laufbahn beim TSV 1860 im Sommer 1979 im Alter von nur 26 Jahren beenden. Ein Knorpelschaden zwang ihn dazu. „Damals war die Medizin noch nicht so weit wie heute. Also musste ich aufhören“, sagt Willi Bierofka. Seinem Sohn wünscht er ein besseres Ende der Karriere.

18 Operationen hat Daniel Bierofka bereits hinter sich, er musste in den letzten Monaten des vergangenen Jahres mal wieder eine Verletzung auskurieren und steht jetzt wieder auf dem Trainingsplatz. Im Sommer läuft der Vertrag von Daniel Bierofka bei den Löwen aus, dann geht die aktive Zeit zu Ende. Oder macht er doch nochmal weiter? „Alter ist doch nur eine Zahl“, sagt der Papa und schließt eine Fortsetzung der Laufbahn nicht aus.

Egal, wie es kommt: Daniel Bierofka will den Löwen treu bleiben und damit eine familieneigene Tradition fortführen. Schon Papa Willi blieb nach der Karriere bei 1860, wurde Trainer. Das plant auch Daniel. „Sein Ziel war es immer, mit Jugendlichen zu arbeiten“, sagt der Vater.

Die Bierofkas. Einmal Löwe, immer Löwe!

Und der nächste steht schon in den Startlöchern. David Bierofka ist sieben Jahren alt, kickt beim SV Waldeck-Obermenzing in der F-Jugend und soll bald ein erstes Mal an der Grünwalder Straße vorspielen. „Er wird im März oder April an einem Lehrgang teilnehmen“, sagt Opa Willi, der David in der F-Jugend als Co-Trainer anleitet. „Er ist technisch gut, spielt bereits in der U9, ist also ein Jahr jünger als der Rest. Allerdings ist er noch ziemlich klein und schmächtig für sein Alter.“

Ein Nachteil beim bevorstehenden Lehrgang? Mitnichten! Zumal der Papa und der Opa jeglichen Druck für den jüngsten Bierofka-Spross vermeiden wollen. „Er muss kein Fußballer werden. Er muss das selbst wollen. Bei Daniel kam dieser Wunsch auch erst mit 12 oder 13. Da wollte er das dann unbedingt“, sagt Willi Bierofka.

Unbändiger Wille ist genau das, was den aktuellen Löwen-Kicker ausmacht. Keine der 18 Operationen hat Daniel Bierofka zurückgeworfen. „Er hat das, was einen Löwen auszeichnet. Er kämpft immer. Und das merken die Fans. Er gibt alles für den Verein. 1860 ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Willi.

Was eigentlich auf seinen Sohn Daniel gemünzt war, gilt für die ganze Familie. Die ist weiß-blau durch und durch. Alle leiden mit, wenn der TSV 1860 verliert, halten in guten wie in schwierigen Zeiten zusammen. Alles für die Löwen.

„Für mich war Sechzig schon nach dem ersten Spiel der größte Verein auf der ganzen Welt“, hat Daniel Bierofka einmal gesagt. Bei den Löwen startete seine Profi-Karriere, hier soll sie enden.

15 Spiele sind es noch bis zum Saisonende. Solange heißt es Daumen drücken, damit bloß nichts mehr passiert. Das wäre der Super-GAU. Für Daniel Bierofka – und seinen Papa. „Der Rückschlag im Sommer war brutal. Da hat es mich selber richtig getroffen, wir waren regelrecht niedergeschlagen“, sagt Willi. Doch der Blick geht nach vorne. Auf eine Restrunde in der 2. Bundesliga, in der Daniel Bierofka noch einmal angreifen wird. Und auf seinen Körper hören muss, was noch geht. Der Papa jedenfalls ist optimistisch: „Der Ryan Giggs spielt doch auch noch mit 40.“

 

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