TSV 1860 1860: Ignjovskis Verletzung lässt Lienen rotieren

Bleibt Aleksandar Ignjovski bei 1860? Foto: Kunz/Augenklick

Derzeit laufen die Versuche, die verletzte Schulter des Serben mit Elektroschocks zu therapieren. Doch der Löwen-Trainer muss gegen Cottbuswohl Rückkehrer Lovin aufbieten – wider Willen.

 

MÜNCHEN Ewald Lienen hatte sich die Kapuze ganz tief ins Gesicht gezogen. Während des Vormittagstrainings peitschte ein kalter Wind über das Trainingsgelände. Lienen fror, hin und wieder fluchte er auch vor sich hin. Vielleicht ist der 1860-Coach einfach zu gewissenhaft, schließlich standen nur die Ersatzspieler auf dem Platz. Den Spielern, die beim 0:4 in Kaiserslautern von Beginn an mitgewirkt hatten, hatte Lienen auch am Mittwoch noch einen halben Tag frei gegeben. Sich selbst schonte er aber nicht – zur Steigerung seiner Laune trug das allerdings nicht bei.

Zumal Lienen wohl auch beim Ostersonntagsspiel gegen Energie Cottbus in der Allianz Arena (13.30 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) seine Mannschaft wieder mal ordentlich durcheinander wirbeln muss. Ein Phänomen, dass sich durch die gesamte Saison zieht und auch ein Grund für die wenig konstanten Leistungen der Löwen ist.

Gegen Cottbus dürften zwar die zuletzt gesperrten Radhoeune Felhi und Charilaos Pappas wieder zurückkehren, dafür droht nun plötzlich Mittelfeldmotor Aleksandar Ignjovski auszufallen. Der 19-Jährige, der bisher nur einmal wegen einer Gelbsperre ausgefallen war, verletzte sich in Kaiserslautern bei einem Zweikampf an der Schulter. „Ich bin blöd gestürzt, habe ganz schöne Schmerzen“, sagte der Serbe am Mittwoch. „Ich kann mich momentan kaum bewegen mit dem Oberkörper.“ Ignjovski wird derzeit mit täglichen Elektroschock-Therapien behandelt. Dass er bis Sonntag fit wird, scheint derzeit eher unwahrscheinlich.

Ignjovskis Verletzung stellt Lienen nun vor ein – teilweise selbst verursachtes – Problem. Alexander Ludwig und Mathieu Beda haben schon zu oft zeigen dürfen, dass sie keine Lust auf die Position im defensiven Mittelfeld haben. Lienen will beide dort eigentlich nicht mehr aufstellen. Und die Freiburger Leihgabe Eke Uzoma scheint in Lienens Planungen keinerlei Rolle mehr zu spielen.

So könnte es am Sonntag schon, früher als Lienen wollte, zum Comeback von Florin Lovin kommen. Der Rumäne ist nach seinem Kreuzbandriss seit Wochen wieder fit. „Florin ist aber in den Zweikämpfen noch sehr vorsichtig, muss erst wieder frei im Kopf werden“, meinte Lienen. Möglicherweise muss sich Lovin die Zweikampfhärte nun auf dem Spielfeld holen. Lovin selbst wollte sich dazu am Mittwoch noch nicht äußern. „Erst spiele ich, dann sage ich wieder etwas", sagte der 28-Jährige. Am Sonntag?

F. Cataldo, M. Wessing

 

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