TSV 1860 1860: Blaue Zukunftsfragen

Rainer Beeck Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Am Dienstag stellt die Findungskommission im Rathaus ihre Pläne fürs Grünwalder vor, tags darauf geht’s vor Gericht um den Catering-Streit – und 1860-Chef Beeck plant sogar einen Neubau

 

MÜNCHEN Am Montag saß Rainer Beeck wieder in seinem Büro am Münchner Flughafen. Der alte und neue Präsident des TSV 1860, soeben bis 2013 wiedergewählt, hat tatsächlich Ruhe in den Verein gebracht. Nun jedoch stehen dem 48-Jährigen („Für mich ist es eine Ehre, diesem Verein dienen zu dürfen“) und dem Zweitligisten stürmische Tage ins Haus – es geht ums Geld und ums Stadion.

Am Dienstag stellt eine Findungskommission des Klubs bei OB Christian Ude im Rathaus ihre Pläne fürs Grünwalder Stadion vor. Eine Rückkehr in die von vielen Fans geliebte Giesinger Arena hält das Stadtoberhaupt jedoch für unrealistisch. Ude hatte bereits vor Wochen zur AZ gesagt: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich die Erfolgsaussichten für gering halte.“

Ebenso interessant für den TSV 1860 ist der Termin am Mittwoch vor dem Landgericht München II (Aktenzeichen HK 017908/09): Dort könnte es ab 9.30 Uhr eine Entscheidung im so genannten Catering-Streit mit dem FC Bayern geben. Der Streitwert liegt bei rund 500000 Euro. Beeck sagt zur AZ: „Wir wollen nicht mehr bezahlen als wir auch tatsächlich konsumieren. Wir hoffen, dass wir unsere Rechtsposition durchsetzen können.“ Wenn nicht, könnte es allerdings teuer werden.

Es geht somit um zentrale blaue Zukunftsfragen: Erst der Stadion-Gipfel bei Ude, dann die brisante Auseinandersetzung vor Gericht mit der Stadion-GmbH, die dem FC Bayern gehört, wegen der nicht gezahlten Catering-Kosten. Angst jedoch hat Beeck nicht. „Wir sind eben ein lebendiger Verein, der Höhen und Tiefen durchmacht“, sagt der Löwen-Boss. „Wir sind zwar ein Traditionsverein, der heuer sein 150-jähriges Jubiläum feiert, aber lebendig wie nie. Aus meiner Sicht sind wir wieder voll zukunftsfähig.“ Und das war schließlich nicht immer so: 2006 standen die Blauen vor der Insolvenz, nur der Verkauf der Stadion-Anteile an die Bayern für 11,3 Millionen Euro rettete den Klub.

Dieser Tage plant der TSV 1860 sogar einen Neubau. Nach AZ-Informationen wird über die Errichtung einer eigenen Turnhalle am Trainingsgelände an der Grünwalder Straße nachgedacht. „Wir sind schon in der Raum- und Funktionsprüfung“, sagt Beeck: „Wir wollen unseren Amateursportsparten auch was bieten können. Seit dem Verkauf der Auenstraße sind wir leider ohne eigene Turnhalle. Wir werden dem Aufsichtsrat die Pläne demnächst offenlegen.“

Und auch in Sachen Profifußball ist Beeck Optimist. „Wir haben den Aufstieg nicht aufgehoben, sondern nur zurückgestellt. In der nächsten Saison kann es nur ein Ziel geben.“ Damit meint er die Bundesliga-Rückkehr. Dabei vertraut Beeck neben Trainer Ewald Lienen auch weiter auf Sportdirektor Miki Stevic: „Viele waren anfangs gegen Stevic, aber ich habe gewusst, dass er uns vorwärts bringt. Er hat die Kritiker eines Besseren belehrt. Er hat eine feste Position bei uns, nicht nur, weil er vom Herzen ein tiefblauer Löwe ist.“ Oliver Griss

 

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