TSV 1860 0:0 gegen Union Berlin AZ-Analyse: Wieder nur ein Pünktchen

Wieder nur ein Pünktchen: die beiden Löwen Christopher Schindler und Daylon Claasen nach dem Remis gegen Union Berlin - die Enttäuschung unübersehbar. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die Löwen verpassten beim 0:0 gegen Union Berlin im vierten Saisonspiel einmal mehr den ersten Dreier. Dabei fehlten bei Daniel Adlungs verschossenem Elfmeter nur Zentimeter zum ersten Saisonsieg. Die AZ-Analyse.

 

München -  Es ist zum Verrücktwerden: Die Löwen schafften es auch im vierten Saisonspiel gegen Union Berlin nicht, sich mit drei Punkten zu belohnen. Trotz einer erneut starken Löwen-Leistung - mit einem Durchhänger in der ersten Halbzeit - stand am Ende gegen die Eisernen nur ein 0:0 zu Buche - einmal mehr zwei Punkte zu wenig für die Löwen.

Das Spiel: Die Elf von Trainer Torsten Fröhling legte vielversprechend los, hatte nach drei Minuten schon zwei dicke Chancen zu verbuchen: Erst schoss Stephan Hain an den Außenpfosten (2.), dann scheiterte Gary Kagelmacher aus dem Rückraum mit einem zu unplatzierten Schuss an Keeper Daniel Haas (3.). Nach einigen Kontern der Gäste verließ die Sechziger etwas der Mut, außerdem litt der Spielfluss unter vielen Nickligkeiten und der rigorosen Gangart von Schiedsrichter Thorsten Schriever, der gefühlt jede davon abpfiff. Nach der Pause kamen die Löwen nicht ganz so gut ins Spiel wie im ersten Durchgang, konnten aber nach einigen Aktionen der Eisernen und einem aufmerksamen Keeper Vitus Eicher die besseren Szenen für sich verzeichnen.

In der 62. Minute der erste von zwei Elfmeter-Aufregern: Rubin Okotie legt sich den Ball an Union-Torwart Haas vorbei und hat nur noch das leere Tor vor sich, fällt aber hin und fordert Elfmeter. Sah komisch aus, weil er zuerst einen weiteren Schritt machte, bevor er zu Boden ging, der Österreicher beteuerte aber hinterher, getroffen worden zu sein. Ein Kontakt war nach Betrachtung der Bilder auch vorhanden, allerdings lediglich ein leichter. Union-Trainer Norbert Düwel und seine Mannschaft forderten freilich die gelbe Karte für den Löwen  wegen einer Schwalbe - es wäre seine zweite gewesen und hätte den Platzverweis bedeutet. Letzten Endes ließ Schriever weiterlaufen - ohne Strafstoß, ohne Gelb-Rot für Okotie.

Die Tore: In der Defensive standen die Löwen einmal mehr ordentlich und ließen keinen Treffer zu. Weil der Ball vorne aber nicht ins Tor wollte, blieben Tore Fehlanzeige.

Die Szene des Spiels: 64. Minute: Daniel Adlung legte sich den Ball zurecht. Der Mittelfeld-Chef der Löwen lief an, nahm Maß und schoss den Ball an den rechten Pfosten. Haas entschied sich für die andere Ecke und wäre chancenlos gewesen. Zuvor war Okotie diesmal etwas klarer gefoult worden, Berlins Benjamin Kessel flog mit glatt Rot vom Platz und die Löwen bekamen beim zweiten Anlauf den Elfmeter. Nicht zuletzt weil Adlung aber scheiterte, blieb es letzten Endes beim 0:0.

Das war gut: Einmal mehr konnten die Löwen aus einer gesicherten Defensive heraus über weite Strecken gut nach vorne spielen, agierten mutig, aggressiv und hätten sich, betrachtet man die gesamte Partie und das Powerplay am Ende, einen Sieg verdient gehabt. Das Fröhling-Konzept geht grundsätzlich auf, was allerdings weiter fehlt, ist und bleibt die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, um endlich den ersten Sieg unter Dach und Fach zu bringen.

Das war schlecht: Die Löwen müssen sich neben der durchwachsenen ersten Halbzeit vorwerfen lassen, dass es in der Schluzssphase in Überzahl nicht mehr zum Siegtreffer reichte. Die besten Chancen vergaben die Löwen in der Anfangsphase und Adlung beim Strafstoß, danach waren sie zwar bemüht und spielbestimmend, aber eben nicht zwingend genug. Die beste Chance hatte noch Kagelmacher, dessen Schuss in der Schlussphase geblockt wurde, einem wuchtigen Adlung-Schuss konnte Haas parieren. Viel mehr kam aber nicht von den Löwen. Das war auch der Tatsache geschuldet, dass Okotie vom Feld musste - Fröhling schützte seinen verwarnten Stürmer in der hektischen Endphase, ansonsten hätte er womöglich doch noch den aus Sicht der Gäste überfälligen Platzverweis bekommen.

Das sagt Löwen-Trainer Torsten Fröhling: Ich denke, dass wir richtig gut gestartet sind, mit zwei Riesenchancen. Durch ein zwei Konter wurden wir verunsichert, waren nicht mehr so kompakt und nicht mehr so zwingend. Deswegen war ich da nicht so mit zufrieden. In der 2. Halbzeit haben wir das sehr konzentriert gespielt, aber waren nicht in der Lage, denn Ball ins Tor zu bringen. Sei es der Elfmeter, sei es die Chancen, wir haben bis zum Schluss Chancen kreiert. Das ist total ärgerlich.

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Das sagt Union-Trainer Norbert Düwel: "Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gezeigt. Nach der Roten Karte, die aus meiner Sicht etwas fragwürdig gewesen ist, haben wir gut gefightet. Weil wir vorher in der ersten Halbzeit auch gut gespielt haben, ist der Punkt verdient."

 

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