Trotz unklarer Sicherheitslage Bundesregierung will 12.500 Afghanen abschieben

Bei Abschiebungen in afghanische Großstädte wie das immer wieder von Anschlägen erschütterte Kabul hat die Bundesregierung keine Sicherheitsbedenken. Foto: dpa

Trotz der unsicheren Lage in Afghanistan sollen 12.539 Afghanen aus Deutschland wieder in ihr Heimatland abgeschoben werden.

Berlin - Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) vorliegt. Demnach müssen nach Einschätzung des Innenministeriums fünf Prozent der hier lebenden fast 247.000 Afghanen (Stand Ende September 2016) Deutschland wieder verlassen. Zur Begründung hieß es, in den großen Zentren Afghanistans sei die Sicherheit garantiert.

Abschiebungen von Asylbewerbern aus Afghanistan sind umstritten, weil es am Hindukusch immer wieder zu Anschlägen der radikal-islamischen Taliban kommt, so etwa in der vergangenen Woche auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif. In diesem Jahr wurden bisher nur 27 abgelehnte afghanische Asylbewerber abgeschoben, 2015 waren es neun.

Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke forderte die Bundesregierung auf, keine Menschen mehr in das "kollabierende Bürgerkriegsland" zurückzuschicken.

 

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