Trickbetrüger in München Die Invasion der falschen Polizisten

Die Anrufe kommen mit getarnter Nummer oftaus der Türkei. Foto: dpa

Alleine im Mai haben Trickbetrüger versucht, über 50 Münchner Senioren aufs Kreuz zu legen. Sie geben sich als Beamte aus und bitten um Hilfe. Die Opfer haben über 40 000 Euro verloren.

 

München - Die Masche ist so simpel wie leider auch effektiv: Die Gauner melden sich telefonisch bei älteren Menschen. Sie seien von der Polizei und einer Gaunerbande auf der Spur. Man habe bei einem Verdächtigen ein Notizbuch gefunden, in dem stünde auch etwas über die angerufene – eine ältere Dame, alleinstehend und vermögend.

Die Täter erwecken den Eindruck, dass der Gesprächspartner das nächste Opfer werden könnte. Geschickt erfragen sie Informationen über Bargeld, Vermögen, Kontodaten.

Die Opfer geben bereitwillig Auskunft, weil sie überzeugt sind, mit einem Polizisten zu sprechen. „Tatsächlich würde kein Kollege am Telefon so sensible Daten erfragen“, betont Kriminalhauptkommissar Christoph Büchele.

Betrüger als Fake-Polizisten unterwegs

Die Täter gehen sogar einen Schritt weiter. Sie erwecken den Eindruck, dass sie die Senioren in die Ermittlungen einbeziehen, deren Hilfe benötigen, um die Gauner zur Strecke zu bringen. Auch deshalb machen die Opfer mit.

Eine 88-Jährige aus Giesing überwies zuletzt knapp 8000 Euro in die Türkei. Eine vermeintliche Polizeibeamtin hatte sie so lange unter Druck gesetzt, bis sie das Geld schließlich transferierte.

Manchmal gehen die Betrüger so weit, dass sie den Senioren sogar ein Taxi schicken, das sie fahren soll.

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Bank verweist auf potentiellen Betrug - erfolglos

Zuletzt kassierte die Bande bei einer 83-Jährigen aus Milbertshofen ab. Sie überwies knapp 4000 Euro. Die erste Bank schickte sie weg, mit dem Hinweis, die Rentnerin sei auf dem besten Wege, Betrügern aufzusitzen. „Die Gauner dirigierten sie zu einer zweiten und dritten Bank, bis sie Erfolg hatten“, berichtet Konrad Raab, Chef beim ermittelnden K 65.

Die Gauner reden ihren Opfern ein, dass man auch den Mitarbeitern der Bank nicht trauen könne, in ihren Reihen gebe es einen Maulwurf. Über 50 Mal haben die Gauner alleine im Mai versucht, bei Münchner Senioren Kasse zu machen. Bei vier Opfern hatten sie Erfolg. Über 40 000 Euro haben die falschen Polizisten bisher erbeutet. Ralph Hub

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