Trend-Studie Lust auf frische Luft!

Umfrage: 35 Prozent der Münchner gehen mehrmals pro Woche raus in die Natur. Viele genießen gleichzeitig die Vorteile der Stadt

 

München - Ohne Natur geht’s nicht. Zwei Drittel der Deutschen zieht es mehrmals pro Woche ins Grüne. Darunter sind viele, die sich sogar täglich in der Natur aufhalten – im Schnitt 30 Prozent. Das ergab eine bundesweite Forsa-Umfrage im Auftrag der Stofanel Investment AG.
Während in Orten mit weniger als 5000 Einwohnern drei Viertel der Befragten mehrmals wöchentlich Frischluft im Grünen tanken, schafft das in Städten mit mehr als 500000 Einwohnern immerhin noch jeder Zweite.
Die Münchner wissen die Freizeit an der Isar und in den vielen Park besonders zu schätzen: 35 Prozent der Bewohner gehen mehrmals pro Woche in die Natur. In Berlin sind es 29 Prozent, in Hamburg und in Köln jeweils 33 Prozent.
Doch Natur allein reicht vielen nicht, vor allem die Bewohner der deutschen Millionenstädte setzen auch auf Kultur. Spitzenreiter dabei sind die Berliner mit 20 Prozent, sie besuchen mindestens einmal je Woche eine kulturelle Veranstaltung. In München trifft das immerhin auf 16 Prozent der Befragten zu, und ebenso in Hamburg. In Köln sind es 18 Prozent. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei gerade mal acht Prozent.
Bei dem Auftraggeber der Studie erklärt man sich das Ergebnis so: Im hektischen Großstadtleben ist der Wunsch nach Ausgleich groß. Die Menschen sehnen sich nach Ruhe, einem Ort zum Auftanken, nach Natur. Deshalb muss man aber nicht auf die Vorzüge der Großstadt verzichten, schließlich zieht es immer mehr Menschen in die Städte. Schon heute wohnt ein Drittel der Deutschen in Städten mit mehr als 100000 Einwohnern.
Die Forsa-Umfrage besagt auch: Ein nachbarschaftliches Verhältnis, wie man es vor allem den Bewohnern von Dörfern und Kleinstädten zuspricht, ist auch in der Großstadt weit verbreitet. Die Lage in den Städten und auf dem Land insgesamt: Fast alle Befragten (91 Prozent) würden den Nachbarn, die direkt neben ihnen wohnen, bei Bedarf mit Lebensmitteln oder Werkzeugen aushelfen.
71 Prozent der Befragten insgesamt wären bereit, dem Nachbarn den Wohnungsschlüssel anzuvertrauen. In München würden das laut der Umfrage stolze 67 Prozent. Gut zwei Drittel würden ohne Vorbehalt ihre Kinder einen Abend in die Obhut der Nachbarn geben (in München 52 Prozent). Die Hälfte aller Befragten würden dem Nachbarn Geld borgen (in München 51 Prozent).
Nur beim Auto sind die Deutschen vorsichtig: Ihren Wagen würden nur 47 Prozent dem Nachbarn leihen. München liegt da noch weit vorn mit 40 Prozent. Lediglich 28 Prozent der Hauptstädter in den Bundesländern insgesamt trauen den Fahrkünsten ihrer Nachbarn.
Viel Natur, Kultur und Freizeit – und der Wunsch, dass sich die Nachbarn gegenseitig kennen und helfen. Das alles ist in München vereinbar. In diese Richtung weist nun auch die Forsa-Umfrage.
Und überhaupt geht der Trend jetzt immer mehr zu Städten mit viel Grün und hohem Freizeitwert. „Es gibt einen deutlichen Trend in die Städte – bei Jungen wie bei Alten”, zieht Andreas Steinle, Geschäftsführer des Frankfurter Zukunftsinstituts, Bilanz. „Die Jungen wegen der attraktiven Job-Möglichkeiten, die Alten wegen der besseren Infrastruktur.”

 

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