Treffer in letzter Minute Gustavo rettet zum Sieg in der 90. Minute

Erlösung in der Nachspielzeit: Gustavo liefert den entscheidenden Treffer. Foto: dpa

Rekordmeister FC Bayern hat einen kompletten Fehlstart in der Fußball-Bundesliga abgewendet. Das Team von Trainer Jupp Heynckes besiegte den VfL Wolfsburg mit 1:0 (0:0).

 

Wolfsburg -  Das Team von Trainer Jupp Heynckes besiegte den VfL Wolfsburg mit 1:0 (0:0) und betrieb damit erfolgreich Wiedergutmachung für die Auftakt-Niederlage vor einer Woche gegen Mönchengladbach. Vor 30.000 Zuschauer in der ausverkauften VfL-Arena erzielte Neuzugang Luiz Gustavo in der 90. Minute den entscheidenden Treffer.

Der ehemalige Hoffenheimer traf mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze, als alle sich schon auf ein gerechtes Unentschieden eingestellt hatten. „Natürlich hatten wir etwas Glück“, räumte Bayern-Angreifer Franck Ribery beim TV-Sender „Sky“ ein, „aber wir waren viel aggressiver als vor einer Woche gegen Gladbach.

Wenn wir so weiter spielen, mache ich mir keine Sorgen.“ Noch nie in der Vereinsgeschichte hatte Bayern die ersten beiden Bundesliga-Spiele in einer Saison verloren. Mit einer Niederlage waren die Münchner zuletzt vor zehn Jahren gestartet, vor zwölf Jahren hatte man auch nach zwei Spielen nur einen Punkt auf dem Konto.

Von acht Spielzeiten, in denen Bayern das erste Saisonspiel verloren hatte, hielt man am Ende nur einmal (1985/86) die Meisterschale in der Hand. Bayern-Coach Heynckes gab nahezu der gleichen Startelf eine zweite Chance, die den Auftakt gegen Mönchengladbach verpatzt hatte.

Lediglich Arjen Robben musste wegen einer Rückenverletzung passen. Dafür gab Franck Ribery sein Saisondebüt in der Anfangsformation. WM-Torschützenkönig Thomas Müller wechselte im Vergleich zum ersten Spiel die Seiten und übernahm die Robben-Position auf dem rechten Flügel.

Amtskollege Felix Magath hatte nach dem siegreichen Auftakt in Köln hingegen keinen Grund, etwas zu ändern und schickte eine identische Elf auf den Platz. Somit traf Hasan Salihamidzic erstmals seit seiner Rückkehr in die Bundesliga auf die Bayern, für die er sieben Jahre lang selbst gespielt hatte. Mit dem Schwung des Auftaktsieges im Rücken begann Wolfsburg druckvoller.

Der Meister von 2009 spielte konsequent über die Flügel und war in der Spielanlage deutlich gefährlicher. Bayern bemühte sich hingegen, den Ball lange in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel zu kontrollieren. Allerdings war bei den Spielern des Rekordmeisters eine gewisse Nervosität nicht zu übersehen.

Nach einer Viertelstunde drang Ribery über die linke Seite gefährlich in den Strafraum ein und hatte die große Möglichkeit zur Führung. VfL-Neuzugang Marco Russ klärte jedoch in höchster Not. Wolfsburg gelangte in der Folge immer seltener nach vorne, die Bayern kontrollierten das Spiel, doch fantasievolle Angriffe blieben selten.

Der einzige Stürmer Mario Gomez wurde viel zu selten bedient. Kurz vor dem Wechsel hätte Patrick Helmes per Kopf zur nicht unverdienten Führung für Wolfsburg getroffen. Doch Schiedsrichter Knut Kircher entschied auf Abseits und erkannte den Treffer nicht an - zu Unrecht, wie TV-Bilder bewiesen.

Nach dem Wechsel trat Bayern zunächst deutlich dominanter auf und wollte den Sieg erzwingen. Bastian Schweinsteiger drang in der 50. mit einem energischen Vorstoß in den Strafraum ein, legte sich den Ball jedoch im entscheidenden Augenblick zu weit vor.

Sieben Minute später bediente Ribery den völlig freistehenden Toni Kroos mit einem herrlichen Pass, doch der schoss neben das Tor. Wolfsburg befreite sich kaum vom Münchner Druck, und auch die Konter spielte der VfL zunächst überhaupt nicht konsequent zu Ende.

Einzig Helmes brachte der Bayern-Abwehr durch seine Schnelligkeit Mitte der zweiten Halbzeit noch Arbeit ein. In der 70. Minute klärte Bayern-Keeper Manuel Neuer in höchster Not vor dem heranstürmenden Helmes. Erst nach dieser Chance entwickelte auch Wolfsburg wieder mehr Druck nach vorn.

Erst in der 90. Minute entschied Gustavo das Spiel doch noch für Bayern – recht glücklich. „Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht“, kommentierte der Neu-Wolfsburger Hasan Salihamidzic das bittere Ende, „ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“

 

6 Kommentare