Traurige Statistik Brasilianischer Bundesstaat hat mehr Corona-Tote als China

Neu ausgehobene Gräber auf dem Friedhof von Vila Formosa in São Paulo. Foto: Van Campos/TheNEWS2 via ZUMA Wire/dpa/dpa

Nach Ansicht von Jair Bolsonaro sind die Reaktionen auf die Corona-Pandemie überzogen. Die jüngsten Zahlen der staatlichen Gesundheitsbehörde dürften dem Präsidenten Brasiliens daher wenig gefallen.

 

Brasília - Der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat China bei der Zahl der Corona-Toten überholt. Laut dem Gesundheitsministerium in Brasília sind in dem mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens bislang 4688 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

In China mit mehr als einer Milliarde Einwohner 4637 Menschen. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 15.633 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 233.142 Infizierte wurden inzwischen registriert. Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten ist es auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien gerückt. Immer mehr Krankenhäuser haben keine freien Intensivbetten mehr, provisorische Kliniken öffnen. Auf Friedhöfen werden die Leichen in Massengräbern beerdigt. Präsident Jair Bolsonaro drängt dennoch auf eine Öffnung der Wirtschaft. Der rechtspopulistische Politiker hat mit Nelson Teich, der nach nur einem Monat im Amt am Freitag seinen Posten wieder räumte, bereits den zweiten Gesundheitsminister in der Covid-19-Pandemie verschlissen.

Zwischen der Entlassung von dessen Vorgänger Luiz Henrique Mandetta und dem Rücktritt Teichs stieg die Zahl der Corona-Toten in Brasilien in 29 Tagen nach Angaben der Zeitung "Estado de S. Paulo" um 666 Prozent.

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