Traumhochzeit in Schweden Prinzessin Madeleine unter der Haube

Ein glückliches Paar: Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill Foto: dpa

In Stockholm heiratet Prinzessin Madeleine den US-amerikanischen Finanzmann Chris O’Neill. Auch ohne gekrönte Häupter als Gäste soll es eine Traumhochzeit werden

 

Stockholm Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für ihre Ehe: Kurz vor ihrer Traumhochzeit mit dem US-Geschäftsmann Chris O’Neill (38) ist Schwedens Prinzessin Madeleine (30) als Verkehrssünderin ertappt – und bestraft worden. Als die Tochter von König Carl XVI Gustaf und Königin Silvia verbotenerweise eine Busspur befuhr, wurde sie von einem Verkehrspolizisten gestellt. Der drückte trotz der adligen Herkunft kein Auge zu – und kassierte von Madeleine 1000 Kronen (115 Euro).

Prinzessin-Hochzeit in Schweden Madeleine in Valentino – Gäste in klassischen Roben

Da nützte es auch nicht, dass die 30-Jährige auf ihrer königlichen Immunität pochte – die steht, belehrte sie der Polizist, nur ihrem Vater zu. Das ist aber dann schon die einzige Eskapade, die von Madeleine in der letzten Zeit bekannt wurde. Das war früher einmal ganz anders. Da war das Schwedenmädel vor allem als lebenslustiges Partygirl bekannt. Sie hielt sich wenig an die Hofetikette, plapperte vor den Medien munter drauf los oder streckte schon mal ihren Verlobungsring den Kameras entgegen.

Madeleine-Hochzeit in Schweden: Triumph am Traualtar - So lief die Hochzeit ab

Die Traumhochzeit platzte

Doch genau das Scheitern dieser Verlobung und seine Umstände waren ein Wendepunkt im Leben Madeleines. Auserwählter der jungen, schönen und erfolgreichen Frau war damals der gut aussehender Stockholmer Nobelanwalt Jonas Bergström gewesen, die Traumhochzeit war nur noch eine Frage der Zeit. Für kurze Zeit schien Madeleine aus dem Schatten ihrer älteren und populären Schwester Victoria herauszutreten.

Im Frühjahr 2010 brach für sie alles zusammen. Aus den Medien musste sie erfahren, dass sie ihr Verlobter während des Skiurlaubes betrogen hatte. Während der Hof die Trennung des Paares bekannt gab, saß die damals 27-jährige Madeleine bereits im Flugzeug nach New York, um vor dem Medienansturm zu flüchten. In den USA fand sie einen neuen Mann – und offenbar zu sich selbst. Aus dem Partygirl wurde eine erwachsene junge Frau.

Sie gibt nichts Privates mehr preis

Sie bändigte ihre blonde Mähne, färbte sie brünett. In New York studierte Madeleine sehr ernsthaft – Kunstgeschichte und Ethnologie – arbeite in der Kinderhilfsorganisation World Childhood Foundation, die ihre aus Deutschland stammende Mutter Silvia gegründet hatte. Madeleine selbst gibt aber nur noch so viel Privates preis, wie es für die Vierte der schwedischen Thronfolge wohl unumgänglich ist – aber kein bisschen mehr. Fotos auf ihrer Facebook-Seite zeigen sie meist bei der Arbeit. Das Privateste ist ein artiges Lob für den Bräutigam: „Chris unterstützt mich immer so sehr.“

In Aussehen und Auftreten scheint sie ihrer als bodenständig geltenden und ungeheuer beliebten Schwester Victoria immer ähnlicher. Auf Paparazzi-Fotos und aggressive Medien reagiert sie professionell, aber sehr empfindlich. Chris O’Neill sei zunächst nur ein Freund gewesen - erst im Lauf der Zeit wurde er für die Schwedenprinzessin der „Mann fürs Leben“. Über O'Neill ist relativ wenig bekannt. Ganz anders als Victorias Ehemann Prinz Daniel, der nette Sohn einer schwedischen Durchschnittsfamilie aus dem Provinznest Ockelbo, scheint Madeleines Auserwählter perfekt in die Schublade „die Reichen und Schönen“ zu passen.

Der Finanzmann gilt als vermögend. Als Hobbys gibt der Hof Skilauf, Golf, Tennis und den Fußballclub FC Chelsea aus seinem Geburtsort London an. Auf Fotos ist er mitunter in lockerer Pose mit Dreitagebart zu sehen. Nach der Hochzeit will er weiter in der freien Wirtschaft arbeiten und US-Staatsbürger bleiben. Damit kann er dem Hofprotokoll zufolge keinen Prinzentitel bekommen und bleibt Privatmann. Die Hochzeit ist protokollarisch eine Privatangelegenheit der Königsfamilie und wird von diesem auch aus eigener Tasche bezahlt

Gekrönte Häupter fehlen

Das ist auch der Grund dafür, warum die Hochzeit im für Königs relativ bescheidenen Rahmen stattfindet. Zwar werden am Samstag rund 400 hochkarätige Gäste in der Stockholmer Schlosskirche erwartet – aber keine gekrönten Häupter aus anderen Ländern. Ranghöchste Gäste sind Kronprinz Frederik aus Dänemark und der norwegische Thronfolger Haakon. Als prominenteste Besucherin ohne royalen Titel gilt die schwedische Sängerin Marie Frederiksson vom Pop-Duo Roxette. Das Jawort werden sich Madeleine und Chris gegen 16 Uhr in der Schlosskapelle geben. Dann werden 21 Salutschüsse abgefeuert und das Paar fährt bei erwartetem Sonnenschein mit einer Kutsche durch die Stockholmer Altstadt.

Anschließend macht sich die Hochzeitsgesellschaft per Boot auf zum Schloss Drottningholm, dem Hauptwohnsitz der Königsfamilie, wo es das Hochzeitsessen gibt und weitergefeiert wird. Gegessen wurde aber auch schon am Vorabend prächtig: Während andere Paare beim Polterabend Geschirr zerdeppern, aß das Paar bei einem Galadinner von feinem Porzellan. Zu Bruch gegangen soll dabei nichts sein.

 

0 Kommentare