Traum von eigenen vier Wänden Tipps für den Wohnungskauf - nicht nur in München

In Zeiten niedriger Zinsen, knappen Wohnraums und starken Zuzugs in Ballungszentren gibt es derzeit beim Preis von Immobilien meist nur eine Richtung - steil bergauf! Der Kauf eines Eigenheims lohnt sich aber in Metropolen wie München trotzdem. So bereiten Sie sich am besten auf den Wohnungskauf vor.

Während im europäischen Durchschnitt lediglich knapp 30 Prozent in einer Mietwohnung leben, ist es in Deutschland fast jeder Zweite, wie Eurostat ermittelt hat. Das hat vor allem historische Gründe, denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Wohnblocks und Mehrfamilienhäuser durch Wohngesellschaften errichtet und durch Mieteinnahmen finanziert. Durch die seit einiger Zeit sehr niedrigen Zinsen wird jedoch auch im Land der Mieter der Wohnungskauf immer interessanter. Wer Immobilienbesitzer werden möchte, sollte allerdings auf Expertenrat vertrauen und einige Dinge beachten!

Eigennutzung oder Kapitalanlage

Es gibt unterschiedliche Gründe für den Kauf einer Immobilie: Will man selbst darin wohnen oder dient es als Anlageobjekt? Aus dieser Entscheidung ergeben sich unterschiedliche Anforderungen bei der Auswahl, wie das Münchner Wohnbau-Unternehmen Terrafinanz erklärt. Bei einer Eigennutzung sind die aktuelle persönliche Lebenssituation sowie die Zukunftspläne beim Kauf zu berücksichtigen. Möchte man in naher Zukunft Kinder? Dann braucht das Objekt eine entsprechende Anzahl an Zimmern. Soll es als Alterswohnsitz dienen, sollten Käufer zudem die Räumlichkeiten auf eine mögliche altersgerechte Nutzung prüfen. Erwirbt man die Immobilie als Investment, sind Aspekte wie Rendite und Wertsteigerung zusätzliche wichtige Faktoren. München hat beispielsweise ein Niveau erreicht, in der die Lage kaum noch ausschlaggebend ist. Je näher die Isar, desto teurer die Monatsmieten und desto höher die Wertsteigerung im Laufe der Zeit. Doch auch die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz stellt für viele Käufer ein Entscheidungskriterium dar.

München hat mit Abstand den teuersten Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen Foto:Statista.de

Die richtige Finanzierung

Zuerst muss natürlich die Finanzierung der Immobilie geklärt werden. Nur die wenigsten sind in der Lage, den Kaufpreis sofort aus eigener Tasche zu zahlen - somit sind die meisten auf eine Immobilienfinanzierung angewiesen. Die meisten Käufer nehmen dafür einen Kredit bei einer Bank auf und zahlen diesen zuzüglich Zinsen über eine gewisse Laufzeit ab. Gerne genutzt wird auch eine Finanzierung mithilfe eines sogenannten Bau-Riesters. Hierbei erhalten die Käufer eine zusätzliche staatliche Förderung, die jedoch später ebenfalls zurückbezahlt werden muss. Wichtig ist auf jeden Fall, dass möglichst viel Eigenkapital eingebracht wird - Banken raten zu einem Anteil von 20 Prozent.

Nebenkosten im Blick haben

Für Wohneigentum fallen neben dem Kaufpreis außerdem noch Nebenkosten an, die von den Kaufinteressenten bei ihrer Kalkulation nicht selten vergessen werden - und oft auf über 15 Prozent des Kaufpreises steigen können. Hat ein Makler das Grundstück vermittelt, erhält er dafür ein Honorar. Es liegt meist zwischen 3,5 und 7 Prozent des Kaufpreises. Auch Kosten für den Notar - meist zwischen 1,0 und 1,5 Prozent - und den Grundbucheintrag (0,5 Prozent) können sich auf mehrere Tausend Euro summieren. Hinzu kommt außerdem die Grunderwerbssteuer. Sie variiert je nach Bundesland. Während es in Bayern und Sachsen mit 3,5 Prozent noch verhältnismäßig günstig ist, werden Wohnungskäufer in NRW, Brandenburg, Thüringen, und Schleswig-Holstein mit 6,5 Prozent fast mit dem Doppelten belastet, so die Auflistung auf Wikipedia. Auch Berlin und Hessen bitten mit 6,0 Prozent zur Kasse.

Bestandsimmobilien: Genau hinsehen bei der Übergabe...

Den besten Blick auf den Zustand erhalten Interessenten nicht im Verkaufsprospekt, sondern bei einer Wohnungsbesichtigung. Es mag zwar banal klingen, aber es gibt durchaus Käufer, die darauf verzichten. Doch wer möchte schon die Katze im Sack kaufen? Etwaige Missstände sollten angesprochen und aufs Genaueste protokolliert werden. Sollten sie vom Verkäufer vorher nicht erwähnt worden sein, steht er in der Pflicht, die Mängel zu beseitigen oder Preisnachlässe zu gewähren. Bei Neubauimmobilien ist eine Besichtigung im Vorfeld in der Regel nicht möglich. Es ist mittlerweile fast üblich, dass die Käufer im Durchschnitt rund 15 Monate auf die Übergabe bzw. den Einzug warten, da sich die Immobilie häufig noch im Bau befindet. Hierbei ist man also auf kompetente Beratung angewiesen.

... und in den Protokollen der Eigentümerversammlungen

Bei Bestandsimmobilien könnten in naher Zukunft teure Instandsetzungsarbeiten am Gebäude fällig sein. Daher sollten potenzielle Käufer unbedingt einen Blick in die Protokolle der letzten Eigentümer-Versammlungen werfen und den aktuellen Stand des Rücklagefonds prüfen. Die Protokolle gewähren oft auch einen Einblick auf das Innenleben der Wohngemeinschaft und das Verhältnis der Eigentümer untereinander.

Fazit

Der Erwerb einer Eigentumswohnung ist ein äußerst komplexer Prozess, der gut durchdacht werden muss und hohe Risiken bergen kann. Speziell in München stellt sich mittlerweile jedoch kaum noch die Frage, ob man eine Immobilie kaufen möchte, sondern eher ob und wo man diese findet. Die Auswahl ist sehr begrenzt und wer nicht von der nächsten Preissteigerungswelle betroffen sein will, muss sich schnell entscheiden können. Überstürzen Sie dennoch nichts, informieren Sie sich im Vorfeld gründlich und holen sie sich Hilfe von Experten, wenn es ungeklärte Fragen gibt. Wenn Sie diese Ratschläge befolgen, kann der Traum vom Eigenheim auch für Sie Realität werden.

 

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