Trauer um Gewerkschafterin Maria Jäger († 105): "Nur reden hilft ja nicht"

Maria Jäger († 105) Foto: Verdi

Die Gewerkschafterin Maria Jäger, Trägerin von "München leuchtet", ist mit 105 Jahren gestorben.

 

Sie war eine der ältesten Gewerkschaftsmitglieder im ganzen Freistaat, 1948 trat die Zustellerin in die damalige bayerische Postgewerkschaft ein: Maria Jäger. Verdi Bayern würdigte sie am Dienstag als eine Gewerkschafterin "aus Schrot und Korn, das Vorbild für viele von uns war", wie die Vorsitzende Luise Klemens sagte.

Maria Jäger war die erste und länger auch einzige Frau im Personalrat des Postamts München, in den sie 1950 gewählt wurde und das sie bis 1976 ausübte. Im Jahr 1986 erhielt sie die Medaille "München leuchtet" und im Jahr 2001 vom Deutschen Gewerkschafts-Bund die Hans-Böckler-Medaille.

Mitarbeiten, dass so etwas nie wieder passiert

Maria Jäger hat die Zeit des Nationalsozialismus erlebt, zunächst als Kindermädchen in einer Münchner Familie, später als Schneiderhelferin. Auch die Erinnerung an diese Zeit war ihr immer ein Anliegen. "Nur darüber reden hilft ja nicht", sagte sie. "Man muss aktiv etwas tun – ja man muss mitarbeiten – damit so etwas nie wieder passiert."

Wie Verdi am Dienstag mitteilte, ist Maria Jäger im Alter von 105 Jahren gestorben. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 2. Februar, ab 12.15 Uhr auf dem Westfriedhof statt.

 

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