Transfers in 2. Liga Löwen: Null Cent Ablöse für die fünf Neuen

Yannick Stark hier im Trainingslager in Bad Häring beim Wasserski. Der Ex-Frankfurter wurde für 0 Euro ein Löwe. Foto: sampics

Der TSV 1860 München holt nur ablösefreie Profis. Damit folgt der Verein einem Trend in der zweiten Liga. Ujah mit 2 Millionen ist am teuersten.

 

München - Florian Hinterberger nippt an seinem Cappuccino, setzt seine Brille ab und überlegt kurz. „Wenn ich mir die gesamte Vorbereitung so anschaue“, sagt der Löwen-Sportchef auf die Frage nach seinen fünf Neuzugängen, „können wir mit der Entwicklung der Neuen sehr zufrieden sein. Sie haben sich alle so entwickelt, wie wir uns das erhofft haben – sportlich und auch menschlich.“

Die Rede ist natürlich von Daniel Adlung, Yannick Stark, Stephan Hain, Sebastian Hertner und Markus Schwabl. Sie sollen in der kommenden Saison dabei helfen, die Löwen in die deutsche Beletage des Fußballs zu bringen. „Man sieht bei jedem eine Grundqualität: Hertner kam aus der Regionalliga zu uns und hat sich zuletzt immer mehr gesteigert, Schwabl ist ein enorm entwicklungsfähiger Spieler und Adlung, Hain und Stark sind erfahrene Zweitligaspieler, die in ihrer Karriere schon so Einiges vorweisen können“, sagt Hinterberger, der aber zu bedenken gibt, dass „der TSV 1860 immer auch etwas ganz Besonderes ist.

Wenn es hier nicht so läuft, gibt es gleich mächtigen Gegenwind – und damit muss man auch umgehen können.“ Bei den Neuen macht sich der Sportchef aber keine Sorgen. „Hain und Stark sind bodenständige Zeitgenossen und Adlung war ja mal in Wolfsburg bei Felix Magath, dadurch ist er gestählt.“

Für seine fünf Neuzugänge hat Hinterberger übrigens null Cent ausgegeben – sie kamen alle ablösefrei. Nicht nur ein Trend bei den Löwen, sondern in der gesamten 2. Bundesliga. Einnahmen von knapp 18 Millionen Euro stehen bisher lediglich Ausgaben von knapp neun Millionen gegenüber. Am erfolgreichsten auf der Suche nach möglichst günstigen Spielern war in der bisherigen Transferperiode Dynamo Dresden: Insgesamt zehn Spieler verpflichtete der achtmalige DDR-Meister ohne einen einzigen Euro Ablöse zu zahlen. Wie viele andere Klubs auch versuchen die Sachsen, das finanzielle Risiko eines Fehleinkaufs zu minimieren. Einen teuren Transferflop können sich viele Zweitligisten schlicht und einfach nicht leisten.

Den Königstransfer der Liga tätigte bisher der 1. FC Köln. Doch auch bei den Rheinländern setzten die Verantwortlichen beim Kauf von Anthony Ujah (2 Millionen) vom FSV Mainz 05 auf Sicherheit. Bereits in der vergangenen Saison spielte der nigerianische Nationalstürmer auf Leihbasis bei den Kölnern und erzielte 13 Tore. „Er kennt den Klub, das Team und die Liga bereits, sodass er uns sofort weiterhelfen kann“, sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke. Und das größte Gezerre der Liga hat auch ein Ende: Bochum-Talent Leon Goretzka, der für drei Millionen Euro zu Schalke wechselte.

 

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