Trainingslager FC Bayern: Welch ein Wüstenspaß

Gierig, willig - und heiß auf Erfolg gehen die Bayern am Montag aus dem Trainingslager in Doha. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Heute geht in Doha das laut Bayern-Trainer Heynckes „beste Trainingslager aller Zeiten“ zu Ende. Vorher zieht der AZ-Reporter Bilanz – und findet lauter Profis in bester Stimmung

DOHA - Es gehört zum guten Ton, zum Abschluss des Trainingslagers, die Gastgeber zu loben. Wenn man eingeladen ist, zumal. Jupp Heynckes lobte gestern nicht nur, er schwärmte. „Noch nie in meiner Karriere als Spieler und Trainer habe ich eine solch überragende Vorbereitung erlebt wie hier. Das war das beste Traininsglager meiner Laufbahn“, so Heynckes. „Hier hat alles gestimmt: Das Wetter, die Organisation, das Hotel, der Service, der Zustand der Trainingsplätze. Solche Bedingungen wie hier kann man sich gar nicht wünschen.“

Tatsächlich erlebten die Bayern harmonische sechs Tage in der Wüste. Ein Trainingslager ohne Verletzte, Ausfälle und Streit, selbst der überraschende Wechsel von Marco Reus nach Dortmund schaffte es nicht zum Reizthema. Stattdessen wurde im Trainingslager lieber viel gelacht. Jupp Heynckes und Bastian Scbweinsteiger: Beide erfreuten sich gemeinsam an der Intensität der Einheiten. Der von seinem Schlüsselbeinbruch genesene Co-Kapitän trieb seine Mitspieler immer wieder zu Höchstleistungen, stritt sich auch mal lautstark mit Thomas Müller, ob der Ball nun im Aus gewesen sei oder nicht – und nahm ihn dann in den Arm.

Die Bayern haben ihren Cheffe, ihren Wortführer und Taktgeber – auf und neben dem Platz gefunden. Thomas Müller: Ist und bleibt der coolste unter den Fußballern. „Gibt es was, worüber wir jetzt reden können? Trainingslager super, Bedingungen optimal, Wetter ist toll. Habt ihr noch Fragen?“, begrüßte er die Reporter am Freitag. Beim Rückrundenauftakt in Gladbach darf er auf seiner Lieblingsposition spielen. Nur der Besuch des ATP-Turniers scheint ihn angestrengt zu haben.

Ob er lieber Nadal als Monfils im Finale gesehen hätte? Breno: Der Brasilianer spricht neuerdings Deutsch – und beteiligt sich rege an den kleinen Frotzeleien unter den Kollegen. „Er ist nicht nur nah dran an der Mannschaft, sondern voll integriert. Seine Entwicklung bereitet mir Freude“, so Heynckes. Franck Ribéry: Ist der Franzose in Form, gehört er zu den größten Spaßvögeln des Planeten. Oder er hält sich dafür. Toni Kroos klaute er die Schlappen, Takashi Usami, gestern beim 5:0 im Test des B-Teams gegen die U19 der gastgebenden Aspire Academy Fünffach-Torschütze (!), machte er zum Hasen, Schweinsteiger strich er über den Kopf und murmelte: „Du bist so schlecht.“

Arjen Robben: Endlich fit, zudem winkt ein neuer Vertrag: Da kann Robben sogar selbst Scherze machen über den Vorwurf, er sei egoistisch. David Alaba bekam nach einem schlechten Zuspiel von ihm mal eine mit. Im Spaß. Christian Nerlinger: Nur der Sportchef hatte es ein wenig schwer in Doha. Kämpfte wegen seiner europäischen Business-Uniform (schwarze Hose, weißes Hemd) ein wenig mit den Temperaturen und der Ballbehandlung. Musste außerdem laufend Fragen über Dortmund ertragen. Filippo Cataldo

 

14 Kommentare