Training GP von Monaco Formel 1: Vettel fährt der Konkurrenz davon

, aktualisiert am 25.05.2017 - 15:45 Uhr
Schneller als Sebastian Vettel war noch niemand auf dem legendären Kurs im Fürstentum. Foto: dpa

Mit einer Fabelrunde hat sich WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel die Tagesbestzeit beim Formel-1-Training in Monaco gesichert. Der Ferrari-Pilot verwies Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo mit fast einer halben Sekunde Vorsprung auf Rang zwei.

 

Monte Carlo - Sebastian Vettel hat das freie Training zum Großen Preis von Monaco dominiert und lässt Ferrari vom ersten Sieg im Fürstentum seit 16 Jahren träumen. Der WM-Spitzenreiter drehte am Donnerstag in 1:12,720 Minuten die mit Abstand schnellste Runde des Tages, damit unterbot er den alten Streckenrekord um rund acht Zehntelsekunden.

Vettels Titelrivale Lewis Hamilton (1:13,425) belegte in der Tagesabrechnung nur den sechsten Platz. Der Engländer im Mercedes hatte seine schnellste Runde schon in der Vormittagseinheit gedreht, am Nachmittag verbesserte er sich nicht.

Das galt auch für seinen Teamkollegen Valtteri Bottas (Finnland/1:13,791), der mit seiner besten Vormittags-Zeit Achter wurde.

Als einziges Team im Feld legten die Silberpfeile in der eigentlich schnelleren zweiten Session nicht mehr zu. Daniel Ricciardo (Australien/1:13,207) wurde im Red Bull mit knapp einer halben Sekunde Rückstand Zweiter, dicht dahinter folgte Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland/1:13,283). Ex-Weltmeister Jenson Button (1:13,981) holte für McLaren den zwölften Rang.

Der Engländer ersetzt für ein Rennen den Spanier Fernando Alonso, der an diesem Wochenende bei den Indy 500 in den USA startet. Nico Hülkenberg (Emmerich/1:14,870) konnte im Renault wegen Problemen mit der Batterie am Vormittag keine gezeitete Runde drehen und belegte letztlich den enttäuschenden 17. Platz.

Pascal Wehrlein (Worndorf/1:15,695) wurde im Sauber 20. und damit Letzter. Der letzte Sieg für Ferrari im Fürstentum gelang Michael Schumacher im Jahr 2001. Mit dem ersehnten Erfolg will Vettel seine WM-Führung ausbauen, derzeit liegt der Spitzenreiter sechs Punkte vor Verfolger Hamilton.

So lief das erste Training

Vorjahressieger Hamilton hatte im ersten Training seinen WM-Rivalen Vettel auf Platz zwei verwiesen. Der britische Mercedes-Pilot war dabei 0,196 Sekunden schneller als der deutsche WM-Spitzenreiter im Ferrari. Dritter wurde der Niederländer Max Verstappen im Red Bull.

Enttäuschend begann der Arbeitstag für Nico Hülkenberg. Wegen eines technischen Problems an seinem Renault konnte der Rheinländer keine gezeitete Runde absolvieren und musste fast die komplette Einheit in der Garage verharren.

Pascal Wehrlein belegte in seinem Sauber Rang 18. Jenson Button, der in Monaco den McLaren-Stammpiloten Fernando Alonso ersetzt, kehrte als 14. zurück an die Box. Alonso startet am Sonntag beim 500-Meilen-Rennen in Indianapolis. In der WM-Gesamtwertung führt Vettel vor dem sechsten Saisonlauf am Sonntag (14 Uhr/RTL und Sky) mit sechs Punkten Vorsprung vor Hamilton.

Beide Piloten haben in diesem Jahr bereits zwei Rennen gewonnen. Hamilton entschied den Grand Prix in Monaco im vergangenen Jahr zum zweiten Mal für sich. Davor fuhr Nico Rosberg dreimal in Serie im Silberpfeil als Erster ins Ziel.

Was steht an?

Das sechste Rennen der Formel-1-Saison steigt am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) in den Straßen von Monaco. Auf 3,337 Kilometern geht es auf und ab, Auslaufzonen gibt es nicht, hinter den Leitplanken lauert der Bordstein, eine Betonwand oder das Hafenbecken. Näher als im Fürstentum kommt die Königsklasse ihren rauen, gefährlichen Ursprüngen nirgends. Auf dieser Bühne steigt nun das nächste Duell zwischen den WM-Rivalen Sebastian Vettel im Ferrari und Lewis Hamilton im Mercedes.

Wer ist Favorit?

Das ist erfreulicherweise mal wieder schwierig zu sagen. Fünf Rennen sind absolviert, zweimal gewann Ferrari, dreimal Mercedes, aber Vettel (104 Punkte) führt das WM-Klassement knapp vor Hamilton (98) an. Mercedes hatte in diesem Jahr schon vielfältige Probleme mit dem Reifen, zuletzt in Spanien überzeugten die Silberpfeile allerdings. Dennoch: Im Zweifel wirken die Ferrari in Monaco leicht favorisiert. Mit den auf den engen Straßen so wichtigen Ultrasoft-Reifen scheint der SF70-H bislang besser zurechtzukommen, zudem könnte Mercedes wegen des besonders langen Radstandes der Silberpfeile im Kurvengewirr im Nachteil sein. Wie immer in Monaco wird der Kampf um die Pole Position im Qualifying am Samstag vorentscheidenden Charakter besitzen.

Mit welchen Gefühlen reist Ferrari nach Monaco?

Mit Sehnsucht. Seit 16 Jahren hat der wichtigste Rennstall der Formel 1 das wichtigste Rennen des Jahres nicht mehr gewonnen, 2001 gelang Michael Schumacher der letzte Sieg im Fürstentum. Die Hoffnungen ruhen nun auf Sebastian Vettel, und die Chancen stehen ja nicht so schlecht. Auch die Statistik macht Mut: Michael Schumacher beendete 1997 schon einmal eine Monaco-Durststrecke für Ferrari nach genau 16 Jahren: 1981 hatte Gilles Villeneuve für die Scuderia gewonnen.

Auf wen muss man sonst achten?

Auf Fernando Alonso. Der ist nämlich gar nicht in Monaco, sondern in Indianapolis. Dort nimmt sich der Spanier eine Auszeit vom ziemlich traurigen Formel-1-Alltag mit McLaren und startet am Sonntag bei den legendären Indy 500. Für den zweimaligen Weltmeister kehrt sein früherer Teamkollege Jenson Button aus dem Ruhestand zurück, es gibt sicher schlechtere Teilzeitjobs. Für Nico Hülkenberg ist es ein besonderes Monaco-Rennen, vor allem aus Sicht seines Arbeitgebers: Renault feiert seine 40 Jahre in der Formel 1, der Deutsche soll dabei an die zuletzt guten Leistungen anknüpfen. Allerdings ist mehr als ein Platz hinter den Größen Ferrari, Mercedes und Red Bull momentan nicht drin für das französische Werksteam. Pascal Wehrlein will für Sauber nach dem achten Platz in Barcelona zudem das nächste Highlight auf der Fahrer-Strecke Monaco setzen.

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