Trainersuche bei 1860 Slomka, Foda und Co: Das Kreuzer-Casting

Drei heiße Kandidaten auf dne Trainerstuhl bei den Löwen: Mirko Slomka, Franco Foda und Jos Luhukay. (v.l.n.r.) Foto: dpa/az

„Guter Fachmann, gutes Konzept, klare Philosophie“ – und Erfahrung im Nachwuchsbereich: So stellt sich der 1860-Sportchef den neuen Trainer vor. Die AZ erklärt, wer von Luhukay bis Slomka in Frage kommt.

 

München - "Es muss ein Trainer sein, der ein sehr guter Fachmann ist, ein gutes Konzept präsentiert, eine klare Philosophie hat und gut mit jungen Spielern arbeiten kann. Am besten, er hat im Nachwuchs schon einen Leistungsnachweis erbracht“, sagte Kreuzer der AZ.

Es ist das Profil des neuen Trainers der Löwen, den der Sportchef des TSV 1860 sucht. Wegen Daniel Bierofkas fehlender Lizenz muss Kreuzer einen Mann suchen, der etwas vollbringen soll, das sich auf den ersten Blick ziemlich unmöglich anhört: Der neue Trainer des TSV 1860 soll dafür sorgen, dass sich die Löwen nach zwei Jahren voller Abstiegssorgen endlich wieder einer besseren Zukunft zuwenden. Dazu soll er länger im Amt bleiben als seine Vorgänger, die in rekordverdächtiger Zeit kamen und gingen.

Seit der Saison 2013/14 waren es immer mindestens drei Trainer, die an der Grünwalder Straße pro Saison wirkten. In der kommenden Spielzeit soll es ein einziger sein.

Kreuzer steht vor einer schweren Aufgabe

Und Kreuzer obliegt die schwere Aufgabe, den Auserwählten zu finden. „Ich habe zur Zeit viele Verabredungen. Ich habe eine Handvoll Treffen, dann wird entschieden“, sagte Kreuzer der „Bild“ über seine Trainersuche, die nach eigener Aussage bis Ende kommender Woche einen Gewinner zutage fördern soll. Er sagt auch: eine Handvoll. Kreuzer will sich anhören, was die Kandidaten zu sagen haben – ein bisschen pokern gehört auch zum Kreuzer-Casting.

Zum einen gibt es da die Übungsleiter der Kategorie Erstligatrainer. Armin Veh, Markus Gisdol, Thomas Schaaf – sie dürften sich laut Kreuzers Einschätzung erst in der Bundesliga nach einem möglichen Trainerjob umsehen. Sollten sie aber leer ausgehen, könnte Sechzig plötzlich interessant werden.

Drittliga-Coach als Option

Gleichzeitig wolle Kreuzer auch einen Drittliga-Coach nicht gänzlich ausschließen: „Wenn ich von ihm absolut überzeugt wäre, warum nicht? Aber es wäre natürlich schon ein Risiko, einen Zweitliga-Newcomer zu wählen.“ Kreuzers Credo dazu, einfach wie simpel: „Es muss halt passen.“

Und da wäre ja auch noch Peter Neururer, seines Zeichens Feuerwehrmann, Zweitliga-Experte und im August 2015 mit Geschäftsführer Noor Basha ertappt. Ein zweiter Versuch ist nach dem aus Neururers Sicht „amateurhaft“ gelaufenem Treffen aber nicht drin. „Nein, wir haben nicht gesprochen – und ich gehe auch nicht davon aus, dass wir das noch tun werden“, sagte Neururer auf AZ-Nachfrage.

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Bleiben die bisher gehandelten Kandidaten Franco Foda, Mirko Slomka und Jos Luhukay. Der Kreuzer-Vertraute Foda, den der 1860-Sportchef als „interessanten Namen“ und „guten Trainer“ bezeichnet hatte, sagte kürzlich zu Sky Austria: „Gerüchte gehören zu unserem Geschäft dazu, das kann man leider nicht verändern, im Moment interessiert mich das wenig. Bis zum heutigen Tag habe ich mit ihm noch kein Gespräch geführt.“ Für Slomka (48) würde neben dem Händchen für die Jugend (zehn Jahre Nachwuchstrainer bei Hannover 96) sprechen, die Niedersachsen in die Europa League geführt zu haben und zwischendurch bei Schalke 04, das wie Sechzig gerne Unmengen Trainer verschlingt, von Ralf Rangnicks Co-Trainer zum Chefcoach erhoben worden zu sein. Luhukay (52) ist Aufstiegs-Experte schlechthin: Gladbach, Augsburg und Hertha BSC führte er in die Bundesliga. Käme den Löwen gerade recht.

 

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