Trainer über Jung-Löwen Daniel Bierofka: "Wir werden oft die Gejagten sein"

, aktualisiert am 13.06.2017 - 15:08 Uhr
Die neuformierte Löwen-Mannschaft beim Trainingsauftakt am Montag. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die meisten Spieler von 1860 kennen die Regionalliga Bayern bereits. Eine Saison wie die anstehende ist für die junge Truppe aber neu. Nach dem Tohuwabohu der jüngsten Wochen stehen die Jung-Löwen ganz anders im Fokus. Coach Bierofka verteidigte sie schon prophylaktisch.

 

München - Die Arena an der Bodenseestraße in Memmingen kennen die Fußballer von 1860 München schon, und auch die Busfahrten nach Schweinfurt, Buchbach und Illertissen sind nichts Neues. Der TSV geht mit einem Team in die anstehende Regionalliga-Saison, dessen Kern dort schon in der abgelaufenen Spielzeit als U21 angetreten war. Und dennoch ist künftig alles anders – denn die Truppe ist von nun an nicht mehr nur die zweite Mannschaft der Löwen. Trainer Daniel Bierofka brachte es auf den Punkt: "Wenn wir irgendwo hin fahren, sind wir nicht mehr die U21, sondern der TSV 1860 München."

Der Coach wollte gleich am ersten Trainingstag nach dem schmerzlichen Abstieg aus der 2. Bundesliga und der Auflösung des bisherigen Profiteams seine junge No-Name-Mannschaft prophylaktisch in Schutz nehmen. "Fingerspitzengefühle" erhoffe er von Fans und Medien.

Der langsame Start in die neue Ära an der Grünwalder Straße scheint vorsichtig geglückt zu sein, beim Trainingsauftakt jubelten Hunderte Fans dem Team trotz heftiger Regenschauer zu. Ein "geiles Gefühl" sei das, sagte Torwart Johann Hipper, der vom FC Ismaning gekommen war. "Das waren heute doppelt so viele Zuschauer, wie wir sie bei einem guten Heimspiel des FCI hatten – und zwar bei Sonnenschein."

Kommt Timo Gebhart zurück?

Im bisherigen Kader des TSV ist kein Spieler älter als 24 Jahre, zehn von 26 Kickern sind sogar noch Teenager. Dass viele von ihnen in der vergangenen Saison schon Regionalliga gespielt haben, heiße unter den neuen Voraussetzungen nicht, dass sie schon erfahren sind. Damals war es noch eine Ausbildungsmannschaft, jetzt stehen die Spieler ganz anders im Fokus, erinnerte Bierofka. "Sie werden mit anderen Sachen konfrontiert werden, mit Medien, mit der Öffentlichkeit", sagte er. In der Liga übe 1860 nun eine noch viel größere Strahlkraft aus. "Wir werden oft die Gejagten sein und nicht die Jäger. Das wird keine einfache Aufgabe für die Mannschaft", meinte der Coach.

Um seinen Jungspunden etwas den Druck zu nehmen, hofft Bierofka auf ein paar Verstärkungen. Mit Timo Gebhart stehe man aussichtsreich in Verhandlungen – der 28-Jährige steht vor einer Rückkehr zu seinem Ausbildungsverein. Jan Mauersberger (31) könnte als einziger Routinier aus dem Profi-Kader übrig bleiben. Zudem will 1860 Berichten zufolge Karl-Heinz Lappe (29) von den Bayern-Amateuren holen. "Wir werden einen Kader haben, der absolut wettbewerbsfähig sein wird", verkündete Geschäftsführer Markus Fauser. "Das ist eine junge Mannschaft, die braucht Ruhe und ist total motiviert."

Statt teurer Profis aus dem Ausland, die in den vergangenen Jahren nur ganz selten die erhofften Verstärkungen waren, richtet man bei den "Löwen" den Fokus künftig anders aus. "Identifikation mit dem Verein, mit den Werten, für die wir stehen und stehen wollen, das müssen wir noch mehr ausprägen", sagte Bierofka. Dann soll der Erfolg auch in Memmingen, Schweinfurt, Buchbach und Illertissen folgen.

 

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