Trainer Pierre Pagé greift durch Nach Derby-Pleite: Trainer Pagé kaserniert die EHC-Spieler ein

Kapital gescheitert: Pierre Pagé, Trainer des EHC Red Bull München. Foto: GEPA pictures/ho

Nach dem 3:4 des EHC Red Bull München gegen Straubing platzt Trainer Pierre Pagé der Kragen. Seine Stars würden die „Verlockungen“ der Stadt zu sehr genießen, ab sofort geht es "ein bis zwei Tage" vor Spielen ins Hotel.

 

München -  Der EHC Red Bull München findet immer wieder neue Wege, sich selbst zu besiegen. Da wird dann mal vom Goalie Jochen Reimer die Scheibe ins eigene Netz befördert, da macht man mit stümperhaften Abwehrfehlern (zwei Mal Danny Richmond) den Gegner erst richtig stark.

Die roten Bullen bewiesen beim 3:4 gegen die Straubing Tigers mal wieder: Sie sind so etwas wie die Drama-Queens der Liga. Chef-Dramatiker Pierre Pagé will sich das nicht länger bieten lassen. Der 65-Jährige wird in Zukunft seine Stars vor den Spielen kasernieren. „Wir sind hier in München, in einer Stadt, die sehr viele Verlockungen bietet. Offensichtlich zu viele für einige meiner Spieler, daher werden wir uns in Zukunft bereits ein oder zwei Tage vor einem Spiel in ein Hotel begeben“, sagte Pagé. „Die gleichen Spieler machen die gleichen Fehler schon viel zu lang. Ich habe lange geredet, aber reden ist billig, jetzt ist die Zeit für Taten gekommen.“

Die Kasernierung wird nicht die einzige Maßnahme des Ex-NHL-Coaches bleiben. Am Mittwoch will er zur Mannschaft sprechen, danach viele Einzelgespräche führen. „Die Einstellung stimmt nicht, das Feuer ist nicht da. Ich habe das Gefühl, es gibt viel zu viele Spieler, die damit zufrieden sind, sagen zu können, dass sie in der DEL spielen. Aber was ist das schon: In der DEL zu spielen? Man sollte ein Playmaker in der DEL sein!“

Kaum in Rage geredet, wurde Pagé zum wutschnaubenden Roten Bullen. Pagé, der das Defensivspiel von Giovanni Trapattoni so verachtet, setzte zu seiner Version der Flasche-leer-Rede an. Im Ton ruhig, in der Sache aber knallhart. Ihn hatten die Feierlichkeiten der Spieler nach dem Eiskrimi am Freitag gegen die Eisbären Berlin (6:3) verstört. „Muss man wirklich nach einem einzigen Sieg vor den Fans auf den Knien über das Eis rutschen? Mir ist dieses Auftreten fast peinlich. Das ist Arroganz, das gefällt mir gar nicht. Was soll das? Ich will mich auch bei unseren tollen Fans bedanken. Aber so? Nach einem einzigen Sieg?“, sagte Pagé, „wenn die schon auf dem Eis so feiern, dann will ich mir gar nicht vorstellen, wie es danach noch weitergeht.“ Die Stadt München also als Verführer der braven Eishackler-Seelen?

Das konnte Topscorer Alex Barta nicht auf sich sitzen lassen. „Wenn Pierre das so sieht, muss ich das akzeptieren. Ich weiß zwar nicht, wo Pierre das her hat, aber ich weiß, dass wir uns auf die Spiele immer gewissenhaft vorbereiten“, sagte der Top-Scorer des EHC. Und die Raupe auf dem Eis am Freitag? „Wir wollen den Fans etwas zurückgeben, Das ist in jedem Sport so. ich will dazu aber nichts weiter sagen, denn alles was ich sagen könnte, wäre eh nur Blödsinn“, sagte Barta.

 

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