Trainer des EHC München Don Jackson - der Geschichteschreiber

"Don ist eben ein Mann, der den Unterschied macht", sagt Verteidiger Yannic Seidenberg über EHC-Trainer Don Jackson. Foto: GEPA pictures/ho

Trainer Don Jackson kann den EHC München in dieser Saison zum vierten Meistertitel in Serie führen – das gab es in der DEL-Historie noch nie. "Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen", sagt er.

München - Er entspricht so gar nicht dem Bild, das man von einem echten Superstar, über den Weggefährten und Gegner gleichermaßen die Arien des Lobes inbrünstig anstimmen, hat. Don Jackson, Trainer des EHC Red Bull München, ist trotz seiner Statur, seiner Körpergröße von 1,90 Metern, eine unscheinbare Erscheinung. (Lesen Sie hier: Matt Stajan und der EHC - "Es war Vorsehung")

Der Blick ist oft gen Boden gerichtet, er wirkt ein bisschen gedankenverloren, und wenn man nicht direkt vor ihm steht, nimmt er einen kaum wahr. Die deutsche Sprache hat ihm 2005, als er erstmals hier als Co-Trainer der Eisbären Berlin tätig war, den Krieg erklärt, und den erbitterten Kampf um die Worte gibt der 61-Jährige bei jedem Gespräch möglichst schnell auf.

Auch auf Englisch redet er leise, verhaspelt sich häufig, sucht den Faden. Bei den Pressekonferenzen nach den Spielen liest der Amerikaner die Standard-Floskeln, die ihm diktiert wurden, von einem Spickzettel ab. Und doch umgibt Jackson die Aura des Unbesiegbaren, des "Zauberers", wie es der frühere Goalie und jetzige Eishockey-Experte Patrick Ehelechner der AZ erklärte.

Don Jackson: Einst in der NHL an der Seite von Wayne Gretzky 

Unglaubliche acht Meisterschaften hat Jackson in der DEL gewonnen: fünf mit den Eisbären, drei mit dem EHC, der seit 2016 die Liga fast nach Belieben dominiert. Als Spieler der Edmonton Oilers gewann er zudem an der Seite von Wayne Gretzky, dem unbestritten besten Eishockeyspieler aller Zeiten, zwei Mal den Stanley-Cup.

Spricht man ihn auf die Erfolge an, ist er zwar stolz, aber verlegen. Jackson meidet das Rampenlicht. "Es geht nicht um mich, sondern die Spieler", sagte Jackson vor dem Auftaktspiel des Münchner Triple-Meisters beim Vize-Champion Berlin. Aber so zurückhaltend er als Mensch ist, als Trainer gibt es für ihn nur zwei Dinge: Siege und Titel. "Es gibt keine Obergrenze dafür. Man wird nie satt, wenn es um Erfolge geht. Sie sind das, was einen Sportler antreiben. Deswegen will ich auch in dieser Saison den Titel holen. Wir haben die Chance, Geschichte zu schreiben, das sollte man sich nicht entgehen lassen."

Michael Wolf über Don Jackson: "Er hat eine gewisse Magie"

Don, der Geschichteschreiber. Sollte der EHC seinen Titel abermals verteidigen, wäre das ein Novum in der DEL. Noch nie hat ein Team vier Mal in Serie am Ende der Saison den Meisterpokal in die Höhe stemmen können.


Bierdusche von Steve Pinizzotto. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Was ist eigentlich das Geheimnis des Erfolges von Jackson? "Darauf gibt es keine klare Antwort. Jeder Spieler in unserem Team wird eine andere Erklärung haben, was der Schlüssel zum Erfolg war." Die Erklärung von Kapitän Michael Wolf: "Wir haben sehr gute Einzelspieler, aber vor allem sind wir ein herausragendes Team. Das hat ganz viel mit Don Jackson zu tun. Er sieht dich nicht nur als Sportler, sondern eben auch als Mensch, gibt dir immer das Gefühl, dass er an dir persönlich interessiert ist. Es ist sicher so, dass wir auch für ihn gewinnen wollen. Er hat eine gewisse Magie."

Yannic Seidenberg über Don Jackson: "Er hat sein Herz geöffnet"

Die ließ er vor dem siebten und entscheidenden Spiel der Finalserie 2017/2018 gegen die Eisbären wirken. Der EHC hatte zwei seiner drei Matchpucks vergeben, das berühmte Momentum hatte sich auf Berliner Seite geschlagen. Da versammelte Jackson die Mannschaft, hielt eine so emotionale Rede, dass er selber die Tränen nicht zurückhalten konnte – manch Spieler tat es ihm gleich. "Er hat sich und sein Herz geöffnet. Die Art, wie er uns gepackt hat, war einzigartig“, sagte Nationalverteidiger Yannic Seidenberg, „Don ist eben ein Mann, der den Unterschied macht." 

 

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