Trainer beim TSV 1860 München? Gerhard Poschner: Ich kenne Schuster schon lange

Die Trainerfrage bei den Löwen dreht sich momentan vor allem um Bernd Schuster, Markus von Ahlen und Gerhard Poschner. Foto: imago/AZ

Der ehemalige Trainer von Real Madrid wird bei 1860 gehandelt – und soll schon zugestimmt haben. Sportdirektor Gerhard Poschner will die Personalie weder kommentieren noch dementieren.

 

München - Ein Prosit der Gemütlichkeit? Schön wäre es, wenn nach dem Fürth-Sieg unter Neu-Trainer Markus von Ahlen passend zum Wiesn-Besuch der Löwen beim TSV 1860 mal wieder etwas Ruhe einkehren würde. Dass das nicht klappt, liegt an Bernd Schuster. Der ist ein alter Bekannter von Sportdirektor Gerhard Poschner – und laut "kicker ein „heißer Kandidat“ für das Traineramt an der Grünwalder Straße.

Gespräche zwischen Verein und Schuster soll es bereits gegeben haben. Die AZ klärt die wichtigsten Fragen rund um die T-Frage.

Wieso genau Schuster?

„Ich kenne ihn schon lange“, sagte Poschner über Schuster – und fügte augenzwinkernd hinzu: „Aber ich bin nicht der Einzige, der ihn kennt.“ Der Sportdirektor bestreitet Verhandlungen mit potenziellen Trainer-Kandidaten, will das Gerücht aber auch nicht dementieren. Dabei soll „Schuster Zustimmung signalisiert haben“ – zumindest laut „kicker“-Informationen.

Der gebürtige Augsburger, 1980 Europameister, würde endlich wieder Nahe der Heimat wohnen. Im Ausland hat er sich einen Namen gemacht: Als Coach von Real Madrid wurde er spanischer Meister, das dürfte auch Investor Hasan Ismaik, der einst Star-Coach Sven Göran Eriksson unter Vertrag nehmen wollte, gefallen. Allerdings war Schuster in letzter Zeit weniger erfolgreich, sein Fünfjahresvertrag bei Malaga wurde bereits in der ersten Saison aufgelöst.

Dennoch wäre seine Verpflichtung ein großer Coup für 1860. Auch von Ahlen kennt Schuster: „Ich habe mit ihm zusammengespielt und schätze ihn als Mensch und Fußballer“, sagte er und bezeichnete ihn diplomatisch als „interessante Personalie“.

Wieso zögert von Ahlen bei der T-Frage?

Kaum einer kennt die brutalen Trainer-Mechanismen bei den Löwen so gut wie der von Ahlen. Er hat Schmidt, Funkel und auch Moniz scheitern gesehen und druckst herum, wenn es um die T-Frage will. „Ich will nicht sagen, dass ich nicht Cheftrainer werden will“, ist das Credo eines Trainers, der zwar prinzipiell nicht abgeneigt ist, aber auch keine direkten Ansprüche stellt. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich dem Gesamtinteresse unterordne und einordne“, bekräftigte er.

Wieso vermeiden die Löwen ein klares Bekenntnis zu von Ahlen?

Auch aufseiten der Löwen gibt es keine klaren Ansagen. „Ich hab einen Trainer – und das ist von Ahlen“, bestätigte Poschner, „aber in welcher Funktion er in Zukunft tätig sein wird, wird sich zeigen.“

Nur für den Fall, dass die gemeinsamen Gespräche nicht erfolgreich sind, „sprechen wir auch mit anderen Trainern“, stellte Poschner im „kicker“ klar. Dennoch lassen sich die Verantwortlichen Zeit. Nach der Moniz-Ära darf sich Poschner keinen erneuten Fehlgriff leisten, sonst könnte es auch für ihn schnell ungemütlich werden.

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Welche Bedeutung hat das Spiel in Aalen?

Von Ahlen konnte gegen Fürth Werbung in eigener Sache betreiben. „Wir haben ansatzweise den Fußball gespielt, der uns vorschwebt“, bekannte Poschner. „Das nächste Spiel wird entscheiden sein, wie wir das letzte Spiel zu bewerten haben. Es hat nur einen Wert, wenn wir in Aalen bestehen. Ansonsten war es ein Schuss in den Ofen.“

Im Klartext heißt das, dass von Ahlen gegen den VfR Aalen (Freitag) die Chance hat, seine Tauglichkeit als Cheftrainer zu bestätigen. Falls es schiefgeht, hat Poschner in der Länderspielpause immer noch zwei Wochen Zeit, um sich umzusehen – und vielleicht Bernd Schuster anzurufen.

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