Torjäger gesucht Zahme Löwen: Der TSV 1860 ist zu abhängig von Sascha Mölders

Sascha Mölders ist der einzige zuverlässige Torjäger beim TSV 1860. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 spielt zu oft remis – auch deshalb, weil das Team vorne zu harmlos agiert. Neben Sascha Mölders fehlt es an torgefährlichen Spielern, dabei gäbe es ein paar Kandidaten. Die Stürmer im AZ-Check.

 

München - Nicht nur die Top-Teams der Dritten Liga liefern sich in der Aufstiegsfrage ein Schneckenrennen. Im Kader des TSV 1860 ist ebenfalls ein enges, zähes Kopf-an-Kopf-Rennen zu beobachten. Und zwar, wenn es um die Frage geht: Wer wird Sechzigs Torjäger Nummer zwei?

"Wir hatten drei, vier richtig gute Chancen. Das wäre dann der Lucky Punch gewesen", erklärte 1860-Trainer Michael Köllner nach dem 1:1 am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Magdeburg. Zum dritten Mal in Folge – trotz teils bester Gelegenheiten – durften die Giesinger (mit 36 Punkten auf Rang neun) nur einmal jubeln – und zwar ausgerechnet dank Abwehrspieler Aaron Berzel. Dabei gäbe es durchaus torgefährliche Kandidaten. Woher kommt die Ladehemmung bei Sechzigs Vollstreckern? Der AZ-Check:

Sascha Mölders: Zwölf Tore

Ein Dutzend Treffer, dazu acht Vorlagen: Der 34-Jährige ist sechstbester Torschütze der Dritten Liga, sogar drittbester Scorer. Eine Top-Bilanz für den Ex-Bundesligaspieler. Zuletzt blieb aber auch Speerspitze Mölders drei Spiele in Folge ohne Treffer. Von einer Krise kann dennoch keine Rede sein: Abseitstor gegen Magdeburg, Pfostentreffer gegen Mannheim, mehrere Torhüter-Paraden in höchster Not – nur in Meppen blieb Mölders blass. Sein nächster Treffer? Wohl nur eine Frage der Zeit.

Efkan Bekiroglu: Vier Tore

Die Kernjobs des Spielmachers: Ballverteiler und Vorlagengeber. Dennoch ist der technisch beschlagene und dynamische Mittelfeldmann immer wieder für einen Treffer gut. Zuletzt musste er sich seine Bälle mangels intakter Spieleröffnung der Sechzger öfter weit hinten abholen. Köllner dürfte nicht Nein sagen, entwickelte der 24-Jährige noch mehr Zug zum Tor. Tauscht er seine Verspieltheit gegen etwas mehr Geradlinigkeit, wären noch mehr Bekiroglu-Volltreffer drin.

Stefan Lex: Drei Tore

Ex-Bundesligaprofi Nummer zwei in Sechzigs Angriff komprimierte seine neun Scorerpunkte auf sechs Spiele. In den letzten drei Duellen ohne große Akzente. In dicht gestaffelten Reihen des Gegners droht der quirlige, aber schmächtige Stürmer auf der Zehn mangels Durchschlagskraft etwas unterzugehen. Kann der 30-Jährige in die Spitze rücken oder hat er Platz für sein schnelles Spiel, kommt er am besten zur Geltung.

Noel Niemann: Zwei Tore

Sechzigs junger Wirbelwind erhielt erst unter Chefcoach Köllner seine Chance. Saisontreffer Nummer eins und zwei gegen Mannheim und in Meppen: Größter Trumpf ist sein Tempo, gepaart mit guter Technik. Trifft laut Köllner vor dem Tor aber noch zu oft die falsche Entscheidung.

Prince Owusu: Zwei Tore

Der Leih-Löwe von Arminia Bielefeld bringt athletisch bekanntlich alles mit. Der Mix aus fehlender Handlungsschnelligkeit, seinem suboptimalen taktischen Verständnis und derzeit wenig Spielpraxis sorgt dafür, dass der Angreifer zumeist unglücklich agiert. "Es muss nur klick machen", meinte Köllner im Trainingslager – bisher klickte es nicht.

Markus Ziereis: Ein Tor

Als Stoßstürmer eigentlich ein Torjäger, allerdings auch einer, der verletzungsbedingt zuletzt kürzer treten musste und weit weg ist vom Stammplatz. Ziereis, dem es an Geschwindigkeit und Physis fehlt, hat weder unter Daniel Bierofka noch unter Köllner seine Drittligatauglichkeit nachweisen können.

Niko Karger: Null Tore

Der langzeitverletzte Knipser feierte gegen Mannheim sein langersehntes Comeback. Hat noch Nachholbedarf, doch im Vollbesitz seiner Kräfte könnte der schnelle Außen die jüngste Torarmut lindern.

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