Top-Stimmung beim TSV 1860 Sieg im Spitzenspiel gegen Schweinfurt: Aufstiegsalarm

Die Stimmung beim TSV 1860 könnte besser nicht sein. Daniel Bierofka spricht schon von Aufstieg. Foto: Augenklick

Nach dem Sieg der Löwen im Spitzenspiel sagt Bierofka: "Ein Aufstieg wäre finanziell kein Problem." Dienstag geht’s gegen Eichstätt.

 

München -  Sowas hat man bei den Löwen lange nicht gesehen. "Oh, wie ist das schön", sangen die Fans. Schier grenzenloser Jubel auf Giesings Höhen. Sascha Mölders mit einem Megafon auf dem Zaun. Und sogar dieser Gesang, im Normalfall nur in abgewandelter Form bei den verhassten Bayern zu hören: "Super-Löwen, Super-Löwen, hey, hey!"

Das 3:1 des Regionalliga-Tabellenführers im Verfolgerduell mit dem 1. FC Schweinfurt am Samstag geriet zu einer Machtdemonstration der Elf von Daniel Bierofka. Markus Ziereis (6.) und Matchwinner Mölders (13., 85.) sorgten am Ende für einen Acht-Punkte-Vorsprung der Sechzger, die allerdings nicht ohne die zwischenzeitlichen Rückschläge des Anschlusstreffers durch Kevin Fery (32.) und der Gelb-Roten Karte für Nicholas Helmbrecht (56.) auskamen.

"Können Großes schaffen"

Und doch stellt sich, nachdem Mölders sogar in Unterzahl gegen phasenweise deutlich unterlegene Unterfranken alles klar machte, die Frage nach den Super-Löwen: Wie gut sind diese Sechzger schon? Sind es am Ende (der Saison) gar Meister-Löwen? "Wir können Großes schaffen", erklärte Aaron Berzel, Kollege Eric Weeger ergänzte: "Wir wissen ja, wofür wir das alles machen, wir haben am Ende der Saison ein großes Ziel."

Musste eben Bierofka den Mahner geben. "Wir hören jetzt auf und warten bis Mai", meinte der 38-Jährige. Er sagte es im Scherz, denn vielmehr gelte: "Meine Spieler kennen mich ja. Ich glaube nicht, dass sie das Risiko eingehen, nur einen Schritt weniger zu machen", sagte Bierofka vor dem postwendenden Auswärtsspiel beim VfB Eichstätt am Dienstag (14 Uhr) fast drohend: "Wenn ich das Gefühl hätte, dass wir nachlassen, würde es eine ganz ungemütliche Trainingswoche geben. Das wissen meine Jungs." Motto: Spannungsabfall verboten.

Doch es war auch Bierofka selbst, der sich deutlicher äußerte als bisher – und das A-Wort in den Mund nahm. "Wenn wir den Aufstieg irgendwie schaffen sollten, gehe ich zu 100 Prozent davon aus, dass wir die Dritte Liga auch stemmen können", so der Löwen-Dompteur, als er auf die finanziellen Herausforderungen im Fall des Falles angesprochen wurde. Dabei verweist er auf die Signale von Geschäftsführer Markus Fauser: "Was ich von ihm höre, sind wir überall in guten Gesprächen."

Ismaik freut sich "im Stillen"

Investor Hasan Ismaik, der vor der Saison die Drittliga-Lizenz nicht gesichert hatte, freue sich laut Bierofka wohl "im Stillen. So lange er zufrieden ist, gibt es keinen Grund, etwas zu äußern." Man bastle bereits am Sechzig-Kader für die kommende Spielzeit, auch Winter-Transfers schloss Bierofka nicht aus. Potenzielle Neu-Löwen müssten allerdings auch charakterlich zu 1860 passen. "Es gibt doch diesen Spruch von Jürgen Klopp, dass er nie das weltbeste Arschloch verpflichten würde – so sehe ich das auch", sagte Bierofka.

Dabei haben die Sechzger aktuell ein funktionierendes Team. Und einen Mölders. "Er ist ein Mentalitätsmonster", so Bierofka nach dessen Saisontoren Nummer sieben und acht, "wenn er auf den Platz geht, will er unbedingt gewinnen. Das überträgt er auf die Mannschaft." Doch auch Jan Mauersberger ("Er hat sich nochmal gesteigert") und seine jungen Spieler, "die den Konkurrenzkampf hochhalten, ohne dass der Trainer eingreifen muss", lobte Bierofka.

Schlussendlich sprach der Coach inmitten der allumfassenden Euphorie ein Wort der Warnung, was den nächsten Gegner anbelangt. "Das sind die schwierigsten Spiele. Es wird wie gegen Buchbach: enger Platz, nicht in bestem Zustand, was eher der Heimmannschaft zugutekommt, die alles raushauen will." Um ihm am Ende einen Schritt näher zu kommen – dem einen Ziel.

Lesen Sie hier: Das sagt Bierofka über Schweinfurt

 

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