Todespfleger von Ottobrunn 2 Morde, 5 versuchte Morde, mindestens 4 ungeklärte Todesfälle

Die Polizei sucht nach wie vor weitere Opfer des Todespflegers. Foto: ho

Die Polizei hat weitere Details zum Todespfleger bekanntgegeben. Zwei Morde werden ihm zur Last gelegt, in fünf Fällen wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Und es gibt weitere ungeklärte Todesfälle.

 

München - Immer weitere Fälle kommen ans Licht: Im Falle des Todepflegers von Ottobrunn hat die Münchner Polizei am Dienstag weitere Ermittlungsergebnisse präsentiert. Demnach gehen die Beamten derzeit von zweifachem Mord, fünffachem versuchtem Mord und in 15 Fällen auch von Diebstahl aus. Vier ungeklärte Todesfälle werden zudem derzeit noch untersucht, auch hier liegt der Verdacht nahe, dass der Pfleger involviert ist.

Pfleger war an 57 Adressen in ganz Deutschland beschäftigt

Der 36-jährige Pole war, das haben die Ermittlungen inzwischen ergeben, seit dem 1.5.2015 an 57 Adressen in ganz Deutschland tätig (siehe Bild unten). An jeder dieser Adressen betreute er Menschen. 23 Beschäftigungsverhältnisse wurden erst aufgrund der aktuellen Öffentlichkeitsfahndung bekannt. Bei diesen neuen Fällen ermittelt die Soko einmal wegen Verdacht des Mordes, dreimal sind Todesfälle noch abzuklären und siebenmal gibt es Diebstahlsvorwürfe.

Auch erst jetzt wurde bekannt, dass auf das Konto des Polen wohl auch der Tod eines 84-Jährigen aus dem Landkreis Kitzingen geht. Die Leiche wurde exhumiert und in der Münchner Rechtsmedizin untersucht. Bei der Obduktion konnte keine natürliche Todesursache, sondern Auffälligkeiten festgestellt werden, die einen dringenden Tatverdacht begründen. Auch der Fall eines 91-Jährigen aus Esslingen wurde den Ermittlern bekannt. Er musste während der nur zweitägigen Betreuung durch den Polen mit dem Notarzt in ein Krankenhaus gebracht werden und überlebte nur knapp.

Opfer wurden auch beklaut

Der 36-Jährige hat seine Opfer wohl auch oft beklaut. Die Soko ermittelt in 15 Fällen auch wegen des Verdachts des Diebstahls. Der Pfleger soll unter anderem Geld und Schmuck entwendet haben.

Aufgrund der Komplexität des Falles und der vielen potentiellen Opfer zeigt die Münchner Polizei den Fall am Mittwoch auch in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY". Die Ermittler erhoffen sich weitere Hinweise - im schlimmsten Fall melden sich noch mehr Opfer.

 

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