Tochter nicht vergewaltigt Kempten: Freispruch nach knapp zwei Jahren Haft

Der Angeklagte Matthias G. (l) sitzt im Landgericht Kempten hinter seinem Verteidiger Florian Engert. G. wurde vom Vorfurf der langjährigen Vergewaltigung seiner ältesten Tochter freigesprochen. Foto: dpa

In dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten: Ein dreifacher Familienvater, der bereits zwei Jahre in Haft saß, wurde vom Landgericht Kempten vom Vorwurf der langjährigen Vergewaltigung freigesprochen.

Kempten – Nach knapp zwei Jahren Haft hat das Landgericht Kempten am Freitag einen dreifachen Vater vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Seine älteste Tochter hatte ihn belastet, sie als Jugendliche über Jahre hinweg zum Geschlechtsverkehr genötigt zu haben. Deshalb war der Mann aus Lindenberg (Landkreis Lindau) in erster Instanz zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber wegen eines Verfahrensfehlers auf. Eine andere Strafkammer des Kemptener Landgerichts sprach den 47-Jährigen jetzt frei, da es Zweifel an den Aussagen des angeblichen Opfers hat.

Die Schilderungen der Belastungszeugin seien „äußerst dürftig“, zu pauschal und zum Teil auch widersprüchlich, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag in der Urteilsbegründung. „Wenn wir Zweifel haben an der Täterschaft des Angeklagten, können wir keine Verurteilung aussprechen.“ Der 47-Jährige nahm das Urteil regungslos entgegen.

 

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