Tipps zum Thema Laufen Joggen: Laufbegeisterung in jedem Alter

Joggen - auch im Winter und selbst in Lederhosen ein Vergnügen. Foto: Daniel von Loeper

Mit etwa einem Jahr haben wir es gelernt: Auf zwei Beinen laufend die Welt erkunden. Im Kindesalter herumgetollt, als Jugendlicher im Sportverein, als Berufstätiger das Laufen oft vernachlässigt und im Ruhestand?

 

München - "Es ist nie zu spät, um mit dem Laufen zu beginnen, aber es gibt auch keinen Grund, damit jemals wieder aufzuhören“, sagt Klaus Goldammer, Weltrekordler der Senioren über 3.000 Meter (8:36 Minuten), und trifft den Nagel auf den Kopf. Noch vor wenigen Dekaden wurden joggende Menschen als exotische Waldläufer bezeichnet und belächelt. Ausgefeiltes, gedämpftes Schuhwerk gab es nicht; von aggressiv bunter Funktionskleidung ganz zu schweigen. Viele griffen auf Tennis- oder Fußballschuhe zurück, mit der Absicht in der Sportart, die sie primär ausübten, ausdauernder zu werden.

Die Zahl der Volksläufe sowie die Teilnehmerzahlen sind in den letzten Jahren jedoch in die Höhe geschnellt. Dem Alltag entfliehen, frische Luft riechen, Lust an der Bewegung spüren, nur die eigenen Schritte und den Atem hören, fitter werden, Volkskrankheiten vorbeugen, Freunde mal nicht nur zum Kaffee treffen – das sind nur wenige Motive von Läufern.

Das Gute, fast überall kann gejoggt werden. Die Trainingsutensilien sind überschaubar und passen in jedes Reisegepäck. Auch in die Bagage von Senioren.

Wichtig ist, sich gerade nach längerer sportlicher Auszeit, von einem Arzt untersuchen zu lassen. Gelenke, Muskeln, Sehnen und Herz-Kreislauf-System müssen sich den Bewegungsabläufen und Anstrengungen langsam anpassen. Die Regenerationsphasen verlängern sich bei älteren Sportlern, die Intensitäten nehmen ab durch eine niedrigere maximale Herzfrequenz beispielsweise. Einerseits ist ein Rückgang von Muskulatur und andererseits der Aufbau von Fettpölsterchen zu verzeichnen. Parameter, die man unbedingt beachten sollte, aber die selten als „Ausrede“ für vollständige Unsportlichkeit herangezogen werden können.

Warum ist joggen auch im älteren Semester wichtig? Es bereitet Vergnügen! Ob nach getaner Arbeit oder als Ruheständler: Wer einmal damit angefangen und seinen inneren Schweinehund ausgetrickst hat, möchte nicht mehr darauf verzichten. Selten kommt ein Läufer schlechter gelaunt oder träger von einer Laufrunde zurück als er sie begonnen hat. Es schafft Selbstvertrauen die geplante Strecke zurückgelegt zu haben. Je nach Wohnlage sieht man Tiere, andere Menschen, eine schöne Landschaft, spürt Wind und Wetter und kann sich nach kaltem Regenwetter umso verdienter auf die warme Dusche oder das weiche Sofa freuen.

Zusammen mit stabilisierendem Krafttraining ist der Körper bald resistenter gegen Volkskrankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und viele Herz-Kreislaufbeschwerden. Ausgeglichener, entspannter und körperlich gefordert, verbessern sich oft Schlaf und Wohlbefinden im Alltag. Mit mehr Ausdauer und Muskelkraft holt einen die Trittunsicherheit weniger schnell ein. Koordinativ fit, ausdauernd, beweglich und den eigenen Schritten vertrauend führt das zu mehr Lebensqualität.

Verbinden kann man die Sporteinheiten mit Gleichgesinnten. Manchen fällt es zunächst schwer sich aufzuraffen oder er werden neue freundschaftliche Begegnungen gesucht. Bei einem Laufevent können Staffeln gelaufen werden, das schweißt die Gruppe zusammen und minimiert die Strecke.

Über Erfahrungen von älteren Läufern kann man in dem Dokumentarfilm „Herbstgold“ aus dem Jahr 2010 von Jan Tenhaven staunen, der fünf Läufer während der WM in Finnland 2009 mit der Kamera begleitet hat. Die Leichtathleten sind 80 bis 100 Jahre alt. „Es geht um viel mehr als nur den Sport, es geht um Lebenslust“, äußert der Regisseur in einem Interview der runnersworld.

Arzttermin vereinbaren, in die Schuhe, fertig, los! Viel Vergnügen!

 

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