Tipps und aktuelle Informationen Lawinengefahr in den Alpen: Das müssen Wintersportler beachten

Lawinen stellen vor allem abseits der Pisten eine große Gefahr für Wintersportler dar. Foto: imago/Zeitungsfoto.at

Immer wieder kommen Wintersportler durch Lawinen zu Tode. AZ erklärt, welche Tipps Sie beachten sollten und wo es welche Informationen zur Lawinengefahr gibt. 

 

München - Die Gefahr geht immer mit. Ganz egal ob mit Ski oder Schneeschuhen, wer im winterlichen Bergland unterwegs ist, darf sich nie sicher fühlen. Aber er kann sich gut vorbereiten und die Risiken minimieren.

Für den Deutschen Alpenverein (DAV) ist der Weg zur sicheren Skitour klar definiert: Gründlich informieren, die Verschüttung vermeiden. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass auch gut vorbereitete und ausgestattete Tourengänger und Schneeschuh-Läufer in Lawinen zu Tode kommen. Folgende Tipps und Informationen können helfen, damit es erst gar nicht soweit kommt.

Lawinengefahr: Das rät der Alpenverein

  • Wichtig sind Gesundheit und eine gute Selbsteinschätzung. Zeitdruck vermeiden, schon beim Aufstieg auf Kraftreserven für die Abfahrt achten.
  • Durch Karten, Wanderführer, Internet und Experten über Länge der Tour, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die (Wetter-)Verhältnisse informieren.
  • Lawinenlagebericht studieren: Wo ist es gefährlich, wo lauert Gefahr?
  • Die Ausrüstung den winterlichen Verhältnissen anpassen und für den Lawinen-Notfall ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Schaufel und Sonde plus Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon einpacken.
  • Das Lawinenrisiko abwägen, Gefahrenzeichen im Gelände erkennen - und im Zweifelsfall einen anderen Weg suchen.
  • Bei der Abfahrt grundsätzlich Abstände von mindestens 30 Metern einhalten und sehr steile Hänge einzeln befahren.
  • Kleine Gruppen ermöglichen gegenseitige Hilfe und verringern das Risiko, Lawinen auszulösen. In der Gruppe zusammen bleiben.
  • Bei Alleingängern können bereits kleine Zwischenfälle zu Notlagen führen. Immer vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informieren.

Hier gibt es aktuelle Informationen über Lawinen

In Deutschland informiert der Lawinenwarndienst Bayern auf seiner Website über die aktuelle Lawinengefahr. In Österreich sind es die Lawinenwarndienste der jeweiligen Bundesländer. In der Schweiz ist es das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF. Zuständig in Frankreich ist Meteo France. In Italien ist es der Nationale Lawinenwarndienst. Eine Übersicht mit allen Telefonnummern und Links hat der Deutsche Alpenverein (DAV) auf seiner Website zusammengestellt.

Für unterwegs gibt es Lawinenwarn-Apps für das Smartphone. Dafür eignet sich in Deutschland zum Beispiel die App des Deutschen Wetterdienstes "WarnWetter". Wer in den Schweizer Alpen unterwegs ist, kann auf "White Risk" zurückgreifen, und "SnowSafe" deckt unter anderem Österreich und Südtirol ab.

Für wen sind Lawinenberichte wichtig?

"Die Lawinenlageberichte sind für Wintersportler, die abseits der Piste unterwegs sind", sagt DAV-Sprecher Thomas Bucher. In den Skigebieten seien die Betreiber der Bergbahnen und Lifte für die Sicherheit verantwortlich. "Die lassen bei Lawinengefahr niemand auf die Pisten." Gefährdet sind also drei Gruppen: Freerider, Skitourengeher und Schneeschuhgeher.

Bedeutung der Lawinenwarnstufen

Die Lawinengefahr wird nach einer fünfstufigen europäischen Gefahrenskala beurteilt. 

"Die Höhe der Lawinenwarnstufe sagt etwas darüber aus, wie steil die Hänge sind, die noch befahren werden dürfen", erklärt DAV-Sprecher Thomas Bucher. So bedeutet Warnstufe drei, dass Hänge mit 35 Grad Steilheit oder mehr sehr problematisch sind. "Man muss den Lawinenbericht interpretieren und aufs Gelände übertragen können", betont der Experte.

Auch sollte man nicht allein auf die Warnstufe schauen, sondern auch den Text dazu lesen. Dort stehen zum Beispiel wichtige Informationen dazu, welche Hänge besonders gefährdet sind, zum Beispiel Nord- und Osthänge.

Was die einzelnen Warnstufen bedeuten, finden Sie in diesem ausfühlichen Artikel: Lawinenwarnstufen - das besagt die Skala von 1 bis 5

 

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