Tiger Woods in Entzugsklinik Gefallene Helden: Diese Sportler standen am Abgrund

Tiger Woods bei der Polizeikontrolle am 29. Mai. Videoaufnahmen zeigen ihn desorientiert und mit verschwollenen Augen. Foto: dpa

Tiger Woods lässt seine Medikamentensucht in einer Entzugsklinik behandeln. Doch er ist nicht das einzige gestürzte Sportidol. Von George Best bis Mike Tyson: Die AZ zeigt weitere Beispiele.

 

Es ist ein Schritt, der wohl unumgänglich ist. Ein Schritt aber auch, der den Absturz eines der größten Sport-Superstars aller Zeiten dokumentiert. Drei Wochen nach seiner Festnahme hat sich Golf-Superstar Tiger Woods (41) in eine Entzugsklinik einweisen lassen. "Ich bekomme professionelle Hilfe, um mich im Umgang mit den Medikamenten, meinen Rückenschmerzen und Schlafstörungen richtig zu verhalten", teilte der 14-malige Major-Gewinner bei Twitter mit.

Eldrick Tont Woods, den alle nur "Tiger" nennen, war Ende Mai tief in der Nacht schlafend am Steuer seines Mercedes-SUV vorgefunden worden. Vorher hatte er sein Auto bei einem Unfall demoliert. Ursache seiner Desorientierung sei ein gefährlicher Mix aus Medikamenten, vor allem Schmerzmitteln gewesen, teilte die Polizei mit. Am 9. August muss sich Woods wegen "Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln" vor Gericht verantworten.

"Ich bedanke mich bei allen für die unglaubliche Unterstützung und das Verständnis. Das gilt besonders für die Fans und die Spieler auf der Tour", teilte Woods, der laut "Forbes Magazine" als erster Sportler überhaupt mehr als eine Milliarde US-Dollar verdient hat, mit.

Doch der Vater einer Tochter (*2007) und eines Sohnes (*2009) ist nicht der einzige Sportstar, der noch während seiner Karriere übel abstürzte. Die AZ zeigt weitere Beispiele:

George Best

Der Nordire, geboren 1946, galt als der erste Popstar des Fußballs, gewann mit Manchester United 1968 den Europapokal der Landesmeister und wurde Europas Fußballer des Jahres. Doch schon bald verfiel er zunehmend dem Alkohol und dem Glücksspiel, seine Karriere endete in unterklassigen Ligen. 2005 starb er im Alter von 59 Jahren an Organversagen. Legendär sein Ausspruch: "Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst."

Matti Nykänen

Der Finne dominierte das Skispringen in den 80er Jahren, wurde vier Mal Olympiasieger. Doch auch bei ihm schlug der Teufel Alkohol zu, 1991 beendete er seine Karriere. Danach stürzte er richtig ab: 2004 wurde er zu 26 Monaten Haft verurteilt, nachdem er und seine Frau einen Freund im Alkoholrausch niedergestochen haben sollen. Mehrmals soll Nykänen in den Jahren danach seine Frau misshandelt haben, weshalb er 2010 erneut zu 16 Monaten Haft verurteilt wurde.

Paul Gascoigne

"Gazza" (wurde am 27. Mai 50) galt als einer der talentiertesten Fußballer Englands, doch Schlafprobleme ließen ihn Anfang der 90er Jahre zu Alkohol und Tabletten greifen. Was folgte, waren mehrere Entzüge und ebenso häufige Rückfälle, Drogeneskapaden, Depressionen, Schlägereien. 2016 folgte der bislang letzte Rückschlag. "Ich bin am Boden, aber nicht erledigt", gestand er zuletzt.

Mike Tyson

"Iron Mike", jüngster Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten, wurde 1992 wegen Vergewaltigung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Ihm gelang das Comeback, später machten im Alkohol und Drogen zu schaffen. 2013 gestand er: "Ich stehe an der Schwelle des Todes. Ich bin seit Jahren schwerer Alkoholiker."

Uli Borowka

Der Ex-Profi von Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen lebt seit einer viermonatigen Entziehungskur im Jahr 2000 abstinent. 2012 veröffentlichte er ein Buch über sein jahrelanges Doppelleben als Fußball-Profi und Alkoholiker.

 

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