Tierquäler vor Gericht Das erwartet den Hundehasser von Betzdorf

Dem Hundehasser von Betzdorf drohen laut Tierschutzgesetz bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Foto: privat

Bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe: Was aus anderen Angeklagten wurde, die wehrlose Vierbeiner misshandelt haben.

 

München - Er hat einem zehn Wochen alten Welpen die Milchzähne ausgeschlagen und seine Schandtat mit dem Handy gefilmt: der Tierquäler von Betzdorf, dessen Video im Internet kursiert. Der Münchner Tierschutzverein hat den 20-Jährigen angezeigt (AZ berichtete). Die örtliche Polizei ermittelt unter anderem wegen Tierquälerei und will den Fall „so schnell wie möglich“ an die zuständige Staatsanwaltschaft weiterleiten.

Was erwartet den Täter?

„Wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet“ oder ihm „aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“, dem drohen laut Tierschutzgesetz bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Allerdings wird dieser juristische Rahmen kaum ausgeschöpft – woran manchmal auch die Hexenjagd übereifriger Tierschützer auf die Täter Schuld ist, wie ein Blick auf spektakuläre bayerische Verfahren zeigt:

Kater Fridolin

6. November 2012: In Aufham im Berchtesgadener Land packt ein Rentner den Nachbarskater Fridolin an den Hinterbeinen und schlägt ihn mit dem Kopf gegen einen Terrassen-Tisch. Immer wieder. Der Kater jault und kämpft um sein Leben. Vergeblich. Das zehn Jahre alte Tier, der Liebling einer fünfköpfigen Familie, stirbt mit zertrümmertem Schädel. Ein Zeuge erstattet aber Anzeige, die Polizei ermittelt. Der Rentner behauptet, das Tier sei angefahren worden, er habe es lediglich von seinen Qualen erlösen wollen.

Strafe: Das Amtsgericht Laufen glaubt ihm nicht und verurteilt ihn zu einer Zahlung von 1200 Euro.

Katze Like

Dezember 2011 / Januar 2012: Aus Eifersucht quält ein Münchner Wachmann (28) die Katze seiner Freundin. Zwei Mal muss die schwarz-weiße Like deshalb in der Tierklinik behandelt werden: mit einer Beckenfraktur, Schürfwunden am Kopf, gebrochenen Rippen, von denen sich eine in die Lunge bohrt. Das Veterinäramt erstattet Anzeige. Die Tier-Experten vermuteten, dass der Täter die Katze unter anderem am Schwanz durch die Wohnung gewirbelt hat. Like kommt ins Tierheim und wird dort gesund gepflegt.

Strafe: Das Amtsgericht verdonnert den Tierquäler zu einer Zahlung von 5600 Euro.

Die Ratte

24. Februar 2011: In Garching entdeckt ein Automechaniker in der Werkstatt eine Ratte, die in einem Plastikeimer gefangen ist. Er überschüttet das wehrlose Tier mit Benzin und zündet es an. Das qualvolle Ende der Ratte hält der 32-Jährige auf Fotos fest, die er ins Internet stellt. Tierschützer entdecken die Bilder und zeigen den Mann an.

Strafe: Das Amtsgericht verurteilt den Tierquäler – auch, weil er mehrfach vorbestraft ist – zu vier Monaten Haft auf Bewährung. Außerdem muss er 1000 Euro für wohltätige Zwecke überweisen.

Kater Rocco

Ende Dezember 2010: In Moosach fängt ein Rentner den schwarzen Kater Rocco in einer Marderfalle, misshandelt und ertränkt ihn in einer Tonne – weil Rocco angeblich die Vögel in seinem Garten verscheucht hat. Als die Tat bekannt wird, marschieren Tierschützer vor das Grundstück des Katzenhassers und fordern „Gerechtigkeit für Rocco“. Beim Prozess 2011 kommt es vor dem Justizgebäude zu Tumulten.

Strafe: Der Rentner wird zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 1500 Euro an den Tierschutzverein zahlen. Grund für das milde Urteil sei unter anderem die „Hetzkampagne“ gegen den Angeklagten, so das Gericht.

 

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