Tiere in erbärmlichem Zustand Landsberg: Polizei schnappt herzlose Welpen-Schmuggler

Bei einem fingierten Kauf wurden die Welpenschmuggler auf einem Parkplatz in Landsberg am Lech festgenommen. Foto: Vier Pfoten

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die Polizei und das Tierheim München haben mit einem fingierten Kauf vier Hundewelpen befreit. Dass die schrecklich vernachlässigten Tiere gerettet werden konnten, verdanken sie einem aufmerksamen Internet-Nutzer.

Landsberg am Lech – Auf einem Kleinanzeigenportal für Tierfreunde hatte Herr G. aus Landsberg Anfang April eine Anzeige für den Verkauf von drei Rottweilerwelpen entdeckt. Als er telefonisch mit den Verkäufern Kontakt aufnahm und diese nicht nur sehr schlecht deutsch sprachen, sondern auch noch einen Supermarktparkplatz als Übergabeort vorschlugen, wurde G. misstrauisch: "Nachdem ich einen Treffpunkt abgemacht habe, habe ich die Tierschutzorganisation Vier Pfoten angerufen. Zusammen stellten wir den Händlern eine Falle."

Am vergangenen Freitag (7. April) traf man sich schließlich auf einem Landsberger Parkplatz, doch statt Herrn G. trat nun Birgitt Thiesmann von Vier Pfoten als Käuferin auf. Zuvor waren bereits die Polizei und das Tierheim München informiert worden. Als es dann zum Verkauf kommen sollte, bestätigten sich alle Befürchtungen der Tierschützer. Birgitt Thiesmann erinnert sich: "Als die Händler den Kofferraum öffneten, schlug uns ein furchtbarer Gestank entgegen. Drei Rottweilerwelpen saßen in engen Drahtkäfigen, nur mit dünnem Zeitungspapier ausgelegt. Die Hunde waren nass, stanken, winselten jämmerlich und ihre Zungen hingen heraus. Es war eindeutig, dass sie großen Durst hatten."

Sofort fuhr die Polizei auf den Parkplatz und versperrte dem Fahrzeug der Welpenschmuggler den Fluchtweg, kurz darauf klickten die Handschellen. Neben Bargeld und einem großen Messer entdeckten die Beamten einen Chow-Chow-Welpen auf dem Rücksitz. Er saß in einer Plastikbox, kaum größer als er selbst. Obwohl die Hunde völlig erschöpft und dehydriert waren, wollten die Händler nach eigenen Angaben weiter nach Berlin fahren.

Ob die Welpen überleben werden, ist noch ungewiss

"Nur durch die hervorragende und spontane Unterstützung durch die Polizei Landsberg und das Tierheim München konnten die Welpendealer überführt werden. Herzlichen Dank dafür!", sagt Birgitt Thiesmann. Das Tierheim nahm die Welpen auf, versorgte sie und brachte sie vorerst in die Quarantänestation.

Allerdings gibt es für die gequälten Hunde noch kein Happy End. Dr. Sandra Giltner, Leiterin des Tierheims München: "Alle Welpen haben Durchfall, einer von ihnen frisst nicht. Wir hoffen sehr, dass sie durchkommen und wir ihnen später ein liebesvolles Zuhause vermitteln können." Es besteht der Verdacht, dass die Welpen an Parvovirose erkrankt sind, einer hoch ansteckenden, oft tödlich verlaufenden Infektionskrankheit.

In allen Impfpässen ist dieselbe Tierärztin aus Ungarn vermerkt. Als Geburtsdatum ist der Februar 2017 eingetragen, doch in diesem Alter hätten die Welpen noch gar nicht gegen Tollwut geimpft werden dürfen. Daher liegt der Verdacht nahe, dass die Impfpässe gefälscht sind und die Hunde gar nicht geimpft wurden.

Außerdem sind die Rottweilerwelpen nach Einschätzung der Tierärztin wohl gar nicht reinrassig: "Noch kann man nicht sagen, wie sie später einmal aussehen werden. Wichtig ist jetzt nur, dass sie überleben."

 

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