Tierdrama mit Happy End Kaninchen-Mama zieht Mini-Kätzchen groß

Flauschige Patchwork-Familie: Katzenbaby Mia, ihre Kaninchen-Geschwister und Riesenschecke Sarah. Foto: privat

Als wär’s ihr eigenes: Riesenschecke Sarah säugt, putzt und wärmt die kleine Katze Mia, deren Mutter überfahren wurde.

 

München / Egling - Zufrieden kuschelt sich die kleine Mia an Riesenschecke Sarah. Der Winzling hat getrunken, ist satt, schläfrig – und schnurrt leise.

Schnurrt? Ja, denn Mia ist ein Kätzchen. Ein verwaistes Kätzchen, das von einem Kaninchen aufgezogen wird. „Die Häsin kümmert sich um das Kätzlein, als wäre es ihr eigenes Baby“, erzählt Besitzer Felix Engelschall (26) voller Begeisterung.

Denn Ursprung des flauschigen Familienglücks war eine traurige Notlage: Mias Mutter wurde, zehn Tage nachdem sie geworfen hatte, von einem Auto überfahren. Zurück blieben drei hilflose Mini-Katzen. „Weil wir tierliebe Menschen sind, versuchten meine Freundin Anna, ihre Familie und ich, sie alle vier Stunden mit der Flasche zu füttern“, sagt Felix Engelschall, der in Egling lebt und in München als Haustechniker arbeitet. Doch Mia, „die kleine Nachzüglerin“, wollte kein Fläschchen.

„Wir wussten nicht, was wir machen sollen – bis uns die Idee kam, Mia zu meiner Häsin in den Stall zu setzen.“ Denn auch das schwarz-weiße Kaninchen hatte Mitte Mai drei Junge zur Welt gebracht. „Katzen- und Hasenkinder sind ungefähr gleich alt“, überlegten Felix Engelschall und Freundin Anna. „Das könnte passen.“

Und siehe da: „Überraschend nahm die Häsin das Katzenbaby zu sich, lässt es trinken und putzt es.“ Zum Schlafen kuschelt sich Mia entweder in das weiche Fell ihrer Ersatz-Mama oder ganz eng an ihre Kaninchen-Geschwister. „So geht es allen drei kleinen Katzen gut und ein Stückchen gewachsen sind sie auch schon“, freuen sich Felix Engelschall und seine Anna.

„Die Zusammensetzung der Muttermilch ist bei allen Säugetieren relativ ähnlich. Ein Kätzchen mit Hasenmilch zu ernähren, dürfte kein Problem sein“, sagt Claudia Pfister von der Bundestierärztekammer. Allerdings sollten die Besitzer mit dem Zufüttern beginnen, wenn Mia etwa vier Wochen alt ist. „Ganz wichtig wäre außerdem, dass die Katze, wenn sie die Augen öffnet, auch andere Katzen kennen lernt. Der Kontakt zur eigenen Art ist wesentlich für die Entwicklung.“

 

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